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	<title>Alicja Schindler, Autor bei Crisp Magazin</title>
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		<title>Die Hände in der Erdmasse</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alicja Schindler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Apr 2025 08:18:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alicja Schindler ist kurz abgetaucht und verlorengegangen – in der Welt der Keramik. Dabei hat sie noch nicht mal einen Töpferkurs gemacht.<br />
Warum sich gerade alles um die Töpferscheibe dreht, was das Herstellen von Keramik mit Care-Arbeit zu tun hat und ob das Material magisch ist, all das hat sie versucht, für uns herauszufinden.<br />
Lesezeit: 10 Minuten</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/die-haende-in-der-erdmasse/">Die Hände in der Erdmasse</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="9904" class="elementor elementor-9904" data-elementor-post-type="post">
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									<p><span style="font-weight: 400;">Keramik ist im Trend, wissen wir schon. Der Kurs an der Drehscheibe ist ein Standard-Weihnachtsgeschenk, Kaffee trinkt man in handgefertigten Keramiktassen und ja, auch in der zeitgenössischen Kunst sieht man seit einer Dekade immer mehr Keramik.</span></p>
<p>Große Galerien haben Keramik-Künstler*innen im Programm, mit der <em>Ceramic Brussels</em> feierte letztes Jahr die erste Messe für zeitgenössische Keramik Premiere, und auch die institutionellen Ausstellungen mehren sich: Bis Anfang 2023 zeigte das Southbank Centre in London <i>Strange Clay: Ceramics in Contemporary Art</i>, im selben Jahr war im Krakauer Museum für zeitgenössische Kunst <i>Return to Ceramics </i>zu sehen, und auch bei der 2022 von Cecilia Alemani kuratierten Ausgabe der Venedig-Biennale gab es einen ganzen Raum voller Keramik.</p>
<p>Besonders an all diesen Ausstellungen ist, dass sie Keramik nicht mehr in der Sphäre des Kunsthandwerks oder Designs verorten, sondern in der zeitgenössischen Kunst. Während Keramik, vor allem in Form von Porzellan, in ihrer Blütezeit ab dem 17. Jahrhundert möglichst glatt und strahlend weiß aussehen sollte, sind heute die meisten der Skulpturen aus Ton alles andere als makellos. Sie sind unperfekt, haben etwas Uriges, Verwunschenes, Wurzeliges. Sie wirken, wie der Titel der Ausstellung im Southbank Centre es schon sagt, <i>strange</i>. Was hat es mit dieser urwüchsigen <i>Strangeness</i> der Keramik auf sich?</p>
<p><b>Keramik und Care-Arbeit als feministischer Befreiungsschlag</b></p>
<p>Auf der Suche nach einer Antwort kam es zu einer Art Dominoeffekt. Der Besuch bei der einen Künstlerin ergab den bei der nächsten und so weiter. Dass das Material offenbar die Leitung übernommen hat, passt nur zu gut zu den Erfahrungsberichten der Künstlerinnen über ihre Arbeit mit Ton: Denn sie alle haben erzählt, dass dem Material eine irgendwie magische Aktivität eigen ist, die sich nicht ganz kontrollieren lässt. So gleiche das Öffnen des Ofens nach dem Brennen jedes Mal dem Aufmachen einer Black Box und halte eine Überraschung bereit, auf die sie niemals müde werden, hinzufiebern.  „Clay has a mind of its own“, sagt Emily Hunt, mit der ich mich im Laufe meiner Recherche unterhalte. „You can force clay, but it will often decide that it’s alive.“ Den Ofen zu schließen bedeutet, die Kontrolle abzugeben und zu vertrauen, dass der Prozess etwas Gutes ergibt – auch wenn es vom ursprünglichen Plan völlig abweicht.</p>
<p>An einem grauen Winternachmittag fahre ich zur Künstlerin Nschotschi Haslinger nach Berlin-Weißensee. Ihre Arbeiten entsprechen genau der <i>Strangeness</i>, die ich mit der zeitgenössischen Keramikskulptur verbinde. In der Gruppenschau <i>Wifi &amp; Watercolour</i> in der Wiener Galerie Zeller van Almsick waren gerade Werke von ihr zu sehen. In einer Badewanne kringelten sich dort schlangenähnlich lebendig wirkende Keramikzahnbürsten, als wären sie gerade aus dem unterirdischen Rohrnetz durch den Abfluss ans Tageslicht gekrochen. Liest man die Zahnbürsten als ständige Begleiter care-arbeitender Mütter, die Tag für Tag viel Energie aufbringen, um ihren Kindern die Vorteile dieser Pflegewerkzeuge nahezubringen, dann wirkt ihre Verwandlung in vielleicht giftige Schlangen wie ein, zugegeben brutaler, aber ja natürlich nur symbolisch gemeinter Befreiungsschlag.<br /><br /></p>								</div>
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									<p>Nschotschi Haslinger, <i>Zahnbürste (Atem)</i>, Installation view <i>Wifi &amp; Watercolors</i>, Zeller Van Almsick, 2024. © Foto Simon Veres</p>								</div>
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									<p><br />Das Arbeiten mit dem Urmaterial Ton ist für Haslinger mit spirituellen und feministischen Aspekten verbunden. Neben Keramikpuppen in der Größe von Kleinkindern und riesigen Keramikschuhen mit Füßen darin, finden sich in ihrem Atelier brennende Keramiktaschen, aus deren Inneren Flammen in die Höhe schießen und deren Formen zuweilen an eine Vagina oder einen offenen Mund denken lassen. Und viel hier ist spitz: Schuhspitzen, Fingernägel, Zungen, Flammen, Nasen. Haslinger bezeichnet das Spitze und Krallige als eine Art  „Neuverhandlung des unterdrückten, dämonisierten Animalischen“. Der Verweis auf die unterdrückten, subversiven Kräfte passt. Haslingers Arbeiten eignet etwas „Hexiges“.</p><p>Vielleicht sind die aggressiven Mäuler der Taschen, aus denen Flammen emporzüngeln, wie eine Warnung zu verstehen: Wer mit den Erwartungen im Kapitalismus schritthalten will, neigt dazu, sich selbst zu verbrennen. Das gilt auch für Künstlerinnen, insbesondere für alleinerziehende Mütter, wie Haslinger. Aber natürlich deuten die Flammen auch auf die transformatorische Hitze des Ofens hin, in dem der Ton gebrannt wird, und, schlägt man einen großen historischen Bogen, verweisen sie auch auf die tödliche Hitze des Feuers, das während der Hexenverfolgungen seit dem Mittelalter missbraucht wurde, um Frauen, insbesondere Heilerinnen und Hebammen, zu töten. Während das Feuer in der Geschichte als zerstörerisches Mittel patriarchaler Gewalt diente, wird es in der Keramikkunst zum Werkzeug der Schöpfung und Selbstermächtigung. Nach unserem Treffen schreibt Haslinger mir eine Mail mit den Namen weiterer Künstlerinnen, die mit Keramik arbeiten und schickt einige Lesetipps. Darunter auch die Bücher der italienischen Philosophin Silvia Federici. In <i>Caliban und die Hexe</i>, im italienischen Original 2004 erschienen, geht es genau um diesen Zusammenhang zwischen Hexenverbrennungen und Kapitalismus.<br /><br /></p>								</div>
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									<p>Nschotschi Haslinger, <i>Zahnbürste (Atem)</i>, Installation view <i>Wifi &amp; Watercolors</i>, Zeller Van Almsick, 2024. © Foto Simon Veres</p>								</div>
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									<p> <br /><b>Aufbegehren mit Haaren aus Ton</b></p><p>Die nächste Künstlerin, die ich treffe, ist Nigin Beck. Sie hat Visuelle Kommunikation und Bildhauerei studiert. Zur Keramik hat sie erst nach dem Studium gefunden. „Keramik ist unkontrollierbar und gleichzeitig ist die Arbeit damit so beruhigend. Du hast die Hände in der Erdmasse.“ Becks Mutter kommt aus dem Iran, wo man sich als Frau im öffentlichen Raum verdecken muss – vor allem die Haare. „An den Haaren der Frau hängt dort ein ganzes Regime der Unterdrückung“, sagt sie, während wir vor einem Tisch mit Keramikgefäßen stehen. Jedes davon hat Haare: Entweder hat Beck mit einem kleinen Werkzeug Rillen in die Oberflächen eingearbeitet, sodass sie einer felligen Haarpracht gleichen, oder sie hat Zöpfe aus Ton geformt und diese wie Henkel seitlich an die Keramikgefäße angebracht. Ganz schön viel Arbeit. Beck nickt: „Die Care-Arbeit, die man als Frau und Mutter macht, ist der Arbeit mit der Keramik nicht unähnlich.“ Der Ton muss trocknen, lang in den Ofen, wird bearbeitet, eventuell glasiert, und kommt dann nochmal in den Ofen. Die stundenlange Zuwendung ist für Beck auch eine Erklärung dafür, warum die Keramikskulptur derzeit so viel Aufmerksamkeit erfährt. „Keramikarbeiten sind aus einem Material gemacht, das jemand über Stunden angefasst und geformt hat. Folglich fasst es einen an.“<br /><br /></p>								</div>
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									<p>Nigin Beck<em>, Hair vases</em> © Foto Nigin Beck</p>								</div>
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									<p> <br /><b>Füttern und Aufbewahren</b></p><p>Der Besuch bei Olga Monina, die 1989 im ukrainischen Charkiw geboren ist und in Leipzig Malerei und Grafik studiert hat, eröffnet mir eine weitere Perspektive auf Keramik. Während es anfangs um Magie, Hexen, Ritual und Care-Arbeit ging, interessiert sich Monina für die alltägliche Verwendung von Keramik beim Essen und Trinken. Sie stellt zwei Tassen – aus eigener Produktion – auf den Tisch. Beide sind dickwandig, rundlich, die dunkelgraue Oberfläche sieht grobkörnig aus. Die eine der beiden hat die Form eines Tiergesichts und auch der Wasserkrug aus Ton hat zwei Öffnungen in Form von Schweinegesichtern. </p><p>Seit ein paar Jahren veranstaltet Monina mit ihren Keramiken Dinnerabende. Diese nennt sie „Glücksfütterung“. An den tierischen Formen ihres Geschirrs ist ihr gelegen, weil man durch das Benutzen der Keramik dem Tierischen näherkommt. Man trinkt aus einem Schweinegesicht und währenddessen „schlabbert man sich möglicherweise voll“. Für traditionelle Rezepte und regionale Variationen davon interessiert sich Monina, weil deren Entwicklung auch auf historische Ereignisse, wie erzwungene Umsiedlungen oder Armut durch Kriege hinweisen. „Das Brennen als Ritual ist dabei archaisch und irgendwie auch brutal“, sagt Monina, „als könnte man dem Material die Geschichte ausräuchern.“<br /><br /></p>								</div>
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									<p style="text-align: center;">(1 und 2) Olga Monina, <i>Glücksfütterung</i>, Installationsansicht, <i>Wo wir sprechen</i>, Kunstverein Bielefeld, 2024. © Foto Fred Dott<br />(3) Olga Monina, <i>Rezeptgeschichtsbilder</i>, Installationsansicht Cala Berlin, 2023. Keramik auf gerußtem Holz, 26 x 20,5 x 18 cm. © Foto Thomas Krüger</p>								</div>
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									<p> <br />Zu guter Letzt spreche ich mit der bislang einzigen Künstlerin, die weder Malerei noch Bildhauerei, sondern Keramik studiert hat. Und zwar in Halle, an der Burg Giebichenstein. Sarah Pschorn, geboren 1989 in Dresden, lebt heute in Leipzig und hat schon als Kind angefangen, mit Ton zu arbeiten. Angesprochen auf die Eigendynamik, die „Magie“ des Tons, reagiert Pschorn ganz rational: „Das sind chemische Prozesse, die man natürlich nie komplett vorhersagen kann.“ Online schaue ich mir Installationsansichten ihrer Einzelausstellung <i>Records of Gravity</i> im Bremer Gerhard-Marcks-Haus an. Ihre Skulpturen in der Ausstellung – vornehmlich Gefäße – sehen aus wie riesige Röhrengewächse einer farbintensiven Unterwasserwelt. „Wenn man Gefäße macht, bezieht man sich immer auf eine jahrtausendealte Tradition.“ Mit diesen Bezügen lässt sich natürlich auch spielen.<br /><br /></p>								</div>
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									<p style="text-align: center;">(1) Atelieransicht Sarah Pschorn, Leipzig 2023. © Foto Sarah Pschorn. (2) Sarah Pschorn, <i>Rose Queen Crab</i>, 2024. © Foto Sarah Pschorn. (3) Sarah Pschorn, <i>Rose Queen Crab </i>(Detail), 2024. © Foto Sarah Pschorn. (4) Sarah Pschorn, <i>Pirates Gospel 2</i>, 2022. © Foto Jakob Adolphi. (5) Sarah Pschorn, <i>Pirates Gospel 2</i> (Detail), 2022. © Foto Jakob Adolphi. (6) Sarah Pschorn, Ausstellungsansicht PARADIES, RECORDS OF GRAVITY, 2023, Gerhard-Marcks-Haus, Bremen. © Foto Rüdiger Lubricht.<em><br /></em></p>								</div>
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									<p> <br />Die in Berlin lebende österreichische Künstlerin Uli Aigner zum Beispiel, die das Projekt verfolgt, bis an ihr Lebensende 1.000.000 weiße Porzellangefäße mit ihren eigenen Händen zu drehen, schlägt mit ihren Arbeiten eine Brücke zwischen Formgebungen aus unterschiedlichen Zeiten. Aktuell hat Aigner im Rahmen einer Edition für die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin 150 Becher und 150 Schalen aus einer Bauhaus-Kollektion der Künstlerin Trude Petri in ihre eigene Formsprache übersetzt. „Je nachdem, wie man eine Kurve legt, ruft man eine bestimmte Epoche ins Gedächtnis“, bestätigt Pschorn. „Griechisch, Jugendstil – für mich fühlt sich das manchmal so an, als würde ich aus anderen Epochen zitieren.“ Und dadurch ist auch immer die Frage präsent, in welcher Epoche wir jetzt leben. Warum ist Keramik gerade jetzt so wichtig?</p>								</div>
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									<p style="text-align: center;">Uli Aigner, <i>ONE MILLION</i>, Edition Approximately 500 ml, Limoges Porzellan, transparent glasiert. © Foto Tom McCallie</p>								</div>
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									<p> <br /><b>Das Gefäß als Gegenentwurf</b></p><p>Ich trage die Frage einige Wochen mit mir rum. Schließlich meine ich, eine mögliche Antwort in einem Ausstellungstext zu finden, den mir Pschorn nach unserem Gespräch per Mail schickt. Er lag 2022 auf der Biennale in Venedig aus. Sie hat ihn abfotografiert, weil er sie damals so bewegt hat.</p><p>In dem Text geht es um eine feministische Lesart der Technologiegeschichte, die von einer neuen Definition des Gefäßes ausgeht. Dieser Ansatz findet sich in dem Essay „The Carrier Bag Theory of Fiction“ der amerikanischen Autorin Ursula K. Le Guin von 1986. Statt der phallischen Jagdpfeile und Speere, die oft als erste technologische Errungenschaften des Menschen betrachtet werden, erinnert Le Guin daran, dass unsere Vorfahren zunächst einmal Gefäße machen mussten, um darin Nüsse, Beeren, Früchte und Getreide sammeln zu können. Das Gefäß wird von Le Guin dabei nicht bloß als passiver Container zur Aufbewahrung von etwas betrachtet, sondern als Technologie, die zur Weitergabe von Nahrung, Wissen und Geschichten dient, und damit aktiv beteiligt ist, nicht nur an der Fürsorge, sondern auch an der Fortentwicklung des Menschen.</p><p>Vielleicht ist es also kein Zufall, dass sich vor allem weibliche Künstlerinnen zu der Arbeit mit dem Material Ton hingezogen fühlen. Überträgt man diese neue Ikonologie des Keramikgefäßes auf die gesellschaftliche Ebene, dann lassen sich mit ihr Klischeevorstellungen weiblich konnotierter Passivität hinterfragen, denen zufolge gebärfähige Körper als passive Gefäße zur Reproduktion betrachtet werden und Care-Arbeit als unentgeltliche, unsichtbare Arbeit gilt, statt als aktiver Beitrag für das Funktionieren der Gesellschaft. Auch wenn die politischen Entwicklungen dagegen sprechen, scheinen die <i>strangen</i> Auswüchse des Nicht-Linearen, des Nicht-Phallischen, des Nicht-Kontrollierbaren schon unter der Oberfläche Wurzeln geschlagen zu haben, und nur darauf zu warten, in Form von Keramikzahnbürsten als giftige Schlangen ans Tageslicht zu kriechen. <br />Etwas aus der Erde setzt sich zur Wehr.</p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/die-haende-in-der-erdmasse/">Die Hände in der Erdmasse</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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		<title>Archivarin des Alltäglichen: Jeewi Lee im Porträt</title>
		<link>https://ato.vision/magazine/archivarin-des-alltaglichen-jeewi-lee-im-portrat/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alicja Schindler]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Dec 2024 12:31:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[3D-Druck-Skulpturen]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Kunstszene]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung und Vergänglichkeit]]></category>
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		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit in der Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Sand als Material]]></category>
		<category><![CDATA[Spurenkunst]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Berliner Künstlerin Jeewi Lee beschäftigt sich in ihrem Werk mit Spuren und dem, was (übrig) bleibt. In ihrer aktuellen Ausstellung Field of Fragments in der Berliner Galerie Sexauer untersucht sie Sand. Alicja Schindler hat sie für uns in ihrem Atelier besucht, um Lees eigene Spuren zu entziffern.</p>
<p>Lesezeit: 8 Minuten</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/archivarin-des-alltaglichen-jeewi-lee-im-portrat/">Archivarin des Alltäglichen: Jeewi Lee im Porträt</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="9492" class="elementor elementor-9492" data-elementor-post-type="post">
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									<p>Manchmal lohnt es sich, für einen Atelierbesuch zu früh dran zu sein. Ein Mitarbeiter serviert Kaffee, und während man auf die Künstlerin wartet, lassen sich in aller Ruhe ihre Spuren inspizieren. Im Fall von Jeewi Lee passt das besonders gut, denn Spuren sind ein Hauptthema ihrer künstlerischen Praxis.</p><p>Auf einem großen Arbeitstisch inmitten der riesigen Fabriketage in Berlin-Kreuzberg häufen sich Döschen und Bücher neben Schüsseln mit Sand, dahinter ein Schreibtisch, ein Sofa und eine Vintage-Musikanlage. An einer Wand steht ein kleiner Tisch, auf dem elf weiße, handgroße Modelle in abstrakten Formen thronen, und während ich noch überlege, ob ich sie heimlich anfassen soll oder nicht, quietscht die schwere Eingangstür und Jeewi Lee betritt ihr Studio. </p><p>Es ist nicht im Geringsten schwer, mit Lee ins Gespräch zu kommen. Im schwarzen Wollmantel wirbelt sie durch den ausgekühlten Raum, dreht eine Heizung nach der anderen auf, während sie erzählt, dass sie gestern erst nach Mitternacht wieder in Berlin angekommen ist. Sie war auf der Messe in Köln, dann bei Finissagen in Antwerpen und Recklinghausen, gerade hatte sie einen Zoom-Call und gleich macht sie noch einen Licht-Check in der Galerie Sexauer. Dort eröffnet am 22. November – zum Zeitpunkt unseres Treffens sind es bis dahin noch zwei Wochen – ihre Einzelausstellung <i>Field of Fragments</i>.</p><p> </p>								</div>
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									<p><em>Field of Fragments</em> von Jeewi Lee, Ausstellungsansicht Galerie Sexauer (2024), <span data-teams="true">Courtesy Galerie Sexauer, </span>Foto: Macus Schneider</p>								</div>
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									<p> </p><p>Seit Beginn ihres Studiums an der Universität der Künste 2008 lebt Lee in Berlin. Ihre Installationen und konzeptuellen Bild- und Videoserien entstehen meist ausgehend von der Geschichte eines Ortes. Genauer von den Spuren, die die Künstlerin dort ausmacht, und in denen sich „Vergangenheit und Gegenwart kreuzen“, wie sie sagt. Die Arbeiten der 37-Jährigen wurden bereits in großen Institutionen gezeigt, wie in der Bundeskunsthalle und im Gropius Bau. Auch wichtige Preise kann Lee verbuchen: 2018, gerade fertig mit dem Masterstudium, wurde sie mit dem Villa Romana-Preis ausgezeichnet, 2021 erhielt sie den Kunstpreis junger westen und nächstes Jahr wird sie Fellow in der Villa Aurora in Los Angeles. </p><p>Ihre Installationen sind aufwendig, oft mit Recherchen und Reisen verbunden: So entfernte sie für die Serie <i>Vor•wurf</i> (2021) die Tapeten im Haus ihres verstorbenen Großvaters in Südkorea, brachte sie nach Deutschland und baute daraus eine raumfüllende Installation. Für die Arbeit <i>Ashes to Ashes </i>(2019–2021), die bereits im Kunstverein Hamburg, in der Städtischen Galerie Ostfildern und im Hamburger Bahnhof zu sehen war, produzierte Lee Seifenskulpturen aus Ölen und Aschepartikeln von Bäumen, die kurz zuvor bei einem Waldbrand in Norditalien zerstört worden waren. In jede einzelne Seife druckte Lee dann ein Stück verbrannter Rinde – eine Spur der ausgelöschten Vergangenheit im neu Hergestellten.</p><p>Für unser Gespräch setzen wir uns an den Schreibtisch. Den Mantel lässt Lee die ganze Zeit an und etwas zu trinken holt sie sich auch nicht, so dass ich – im Pulli und mit Kaffeetasse – von außen betrachtet wohl schon mehr zuhause wirke als Lee selbst in ihrem Atelier. 1987 in Seoul geboren, zog sie im Alter von fünf Jahren nach Berlin, weil sich ihre Eltern – der Vater Bildhauer und die Mutter Malerin – für ein Aufbaustudium an der Universität der Künste eingeschrieben hatten. Nach fünf Jahren kehrten sie nach Südkorea zurück, aber auch dort wechselte die Familie alle paar Jahre den Wohnort. Als Künstler waren Lees Eltern ungebunden. Das häufige Umziehen sei prägend gewesen, reflektiert Lee. Einerseits, weil sie nie recht gewusst habe, wohin sie gehöre, andererseits habe das ständige Assimilieren im Nachhinein auch etwas Gutes gehabt, denn: „Man könnte mich jetzt überall hinwerfen und ich würde <i>surviven</i>.“ </p><p> </p>								</div>
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									<p>Portrait der Künstlerin Jeewi Lee, Foto: Acatarina Rusu</p>								</div>
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									<p> </p><p>Sie erzählt, dass ihre Eltern aus ärmeren Verhältnissen stammen und hart strampeln mussten, um ihren Lebensstandard zu erreichen, seien sie anfangs gegen den Wunsch ihrer Tochter gewesen, auch Künstlerin zu werden. Lee erinnert sich, dass sie nachts, wenn ihre Eltern schon schliefen, fotorealistisch zeichnen übte, um sich mit einem Portfolio an der Art High School in Seoul zu bewerben. Sie wurde angenommen, und nach zwei Jahren, mit 17, entschied sie sich, allein aufs Internat zu gehen, und zwar in den Schwarzwald. Nach dem Internat verbrachte sie ein Jahr in Belfast, bevor sie an der Berliner UdK beim Maler Robert Lucander zu studieren begann. Berlin ist bislang ihre längste Station. </p><p>Lee hat zwar in der Malerei-Klasse studiert, klassisch gemalt hat sie aber nie. Während des Studiums sammelte sie Camouflage-Stoffe, mit denen sie konzeptuell arbeitete: „Ich habe eine richtige Obsession für diese Stoffe entwickelt.“ Bei einem Road-Trip schenkte ihr ein ehemaliger Soldat seine Uniform aus dem Irak-Krieg, mal fand sie Stoffreste im Billigladen oder bestellte neue auf Amazon. Die Formen, die Lee auf diese Stoffe malte, ergaben sich aus den bereits vorhandenen Mustern. „Ich habe immer in Frage gestellt, dass man von einer Malerin erwartet, einen eigenen Stil zu haben.“ Stattdessen habe sie es interessanter gefunden, wenn der Malstil und die Palette sich dem Material anpassen und „<i>camouflagen</i>“, wie sie es nennt. Auch die Formate beließ Lee meist in der Größe, wie sie sie gefunden hatte. „Dann war ich ein Jahr in New York am Hunter College und das hat meinen Blickwinkel geändert – hin zu dem, was ich heute mache“, sagt Lee. </p><p>Während es bei den Camouflage-Arbeiten darum ging, zu untersuchen, wie ein Individuum von seiner Umgebung geformt und beeinflusst wird, verlagerte sich der Fokus nach dem Aufenthalt in New York auf eine andere Frage: Was hinterlässt das Individuum der Umgebung? Was bleibt übrig von etwas, das eigentlich schon weg ist? Und welche Geschichten erzählen diese Spuren? Lee zeigt auf den Abdruck, den meine Espressotasse auf dem weißen Flyer auf dem Schreibtisch hinterlassen hat: „Der Moment, wenn deine Kaffeetasse den Tisch berührt hat, zum Beispiel. Je nach Position, kann man ablesen, wie du gesessen hast, ob du Rechtshänderin bist, und vielleicht sogar wie alt die Spur ist.“ Die Erfahrung, als Kind und Jugendliche immer wieder von neuem an fremden Orten anfangen zu müssen, begleite sie bis heute – „und wahrscheinlich bin ich deshalb so <i>obsessed</i> mit dem Thema Spuren“, fasst Lee zusammen. Auch wenn es schlüssig klingen mag, die Gründe für die künstlerischen Interessen in der eigenen Lebensgeschichte zu suchen, sind Lees Werke gerade deshalb spannend, weil sie eben nicht in biografischen Bezügen verharren, sondern weil sie sich kaum beachteten Naturphänomenen und den vergessenen Geschichten von Menschen, Orten oder Gebäuden annehmen und deren Hinterlassenschaften, Erinnerungen oder Traumata wahrnehmbar machen.</p><p> </p>								</div>
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									<p><em>Field of Fragments</em> von Jeewi Lee, Ausstellungsansicht Galerie Sexauer (2024), <span data-teams="true">Courtesy Galerie Sexauer, </span>Foto: Macus Schneider</p>								</div>
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									<p> </p><p>So auch die Installation, die nun in der Galerie Sexauer zu sehen ist. „Angefangen hat alles bei einer Residency in Portugal“: Bei einem Strandspaziergang habe sie begonnen, sich Gedanken über Sandkörner zu machen. „Wie ein Sandkorn so von Küste zu Küste gespült wird, fand ich plötzlich sehr spannend.“ Wie kleine, nomadische Greise verbringen Sandkörner mal ein paar hundert Jahre hier und ein paar hundert dort, nachdem sie vom Meerwasser an einen anderen Ort getragen wurden. Getrieben von ihrem geweckten Interesse, habe sie angefangen, die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekte zum Thema Sand zu recherchieren. „Sand ist ein so banales, oft nicht wertgeschätztes Material. Jedes Sandkorn, das dir nach einem Strandtag zwischen den Zehen klebt, nervt”, lacht sie, „aber eigentlich ist es nach Wasser die Ressource, von der wir am meisten abhängig sind“. Weltweit werden jährlich fünfzig Milliarden Tonnen Sand abgebaut. Beton, Zement und Glas werden mit Sand hergestellt. Ohne das Material gäbe es keine digitale Welt, keine Photovoltaik und auch keine künstliche Intelligenz, denn Sand steckt in jeder Chipkarte.</p><p>Aus dem Wissensfundus ihrer monatelangen Recherchearbeit mit Büchern, Podcasts und Dokumentationen berichtet Lee, dass das Geschäft mit Sand deshalb auch oft kriminell ablaufe. „In der Literatur und im Film steht Sand oft für Unendlichkeit – man sagt ja auch ‚wie Sand am Meer‘. Tatsächlich ist er aber sehr endlich.“ Und die Krux bei der Sache ist, wie bei so vielen anderen Ressourcen auch, dass wir zwar jeden Tag mehr Sand brauchen, dieser aber auf natürliche Weise gar nicht so schnell entsteht. Lee steht auf und führt mich zu dem kleinen Tisch mit den Modellen. „So ein Sandkorn ist kleiner als 1 Millimeter. Zusammen mit Phillip C. Reiner, mit dem ich für das Projekt kollaboriert habe, habe ich ewig nach einem Mikroskop gesucht, mit dem wir uns die Struktur von Sand genauer ansehen können.“ </p><p> </p>								</div>
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									<p><em>Field of Fragments</em> von Jeewi Lee, Ausstellungsansicht Galerie Sexauer (2024), <span data-teams="true">Courtesy Galerie Sexauer, </span>Fotos: Macus Schneider</p>								</div>
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									<p> </p><p>Fündig geworden ist sie dann mit dem Wissen von Profis des Industrieunternehmens Zeiss, das auf die Herstellung von Mikroskopen spezialisiert ist. Zusammen mit Reiner, der als Grundlagenforscher für Geometrie auch im Studio von Ólafur Elíasson gearbeitet hat, und gemeinsam mit den Profis von Zeiss, „röntgte“ sie die Sandkörner unter dem Mikroskop, erstellte hochaufgelöste Scans und produzierte aus diesen die Modelle, die jetzt vor uns liegen. Sie nimmt ein Modell in die Hand, dessen phallische Form an einen Pilz erinnert. „Das Sandkorn kommt aus Mallorca.” Beim Anblick des stabförmigen Teils kann ich nicht recht glauben, dass es sich dabei um ein – für mein Auge – rundes Sandkorn handelt. Sie zeigt auf eine korallenartige, organische Form: „Die auch.“ Das Sandkorn, das Vorlage für ein Modell mit eckigen, glatt geschliffenen Kanten war, hat Lee aus New York mitgebracht. Daneben gibt es noch eines aus Korea, das flach ist wie ein Pfannkuchen und eines aus dem Senegal, von dem Lee erzählt, dass sie beim Mikroskopieren darauf schwarze Partikel von Teer erkennen konnte, außerdem liegt da noch eines aus Connecticut, wo Lee kürzlich zwei Monate während einer Residency der Josef und Anni Albers Foundation verbracht hat. </p><p> </p>								</div>
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									<p><em>Field of Fragments</em> von Jeewi Lee, Ausstellungsansicht Galerie Sexauer (2024), <span data-teams="true">Courtesy Galerie Sexauer, </span>Foto: Macus Schneider</p>								</div>
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									<p> </p><p>Die Modelle, die wir uns anschauen, sind Testläufer für die Skulpturen, die Lee von einer spezialisierten Firma mit 3D-Druckern für die Ausstellung hat produzieren lassen. Sie erzählt, dass die Skulpturen zum Zeitpunkt unseres Treffens schon in der Galerie stehen. Sie zieht ihr Smartphone aus der Manteltasche und zeigt mir Fotos. Die bestimmt anderthalb Meter hohen Sand-Skulpturen stehen majestätisch mit einigem Abstand zueinander im Ausstellungsraum. Das Phallus-Sandkorn sieht dort aus wie eine antike Säule, das Überbleibsel einer Ruine. Lee erklärt, dass die Skulpturen komplett aus Sand sind, eine wiege an die 200 Kilo. Auf einem weiteren Foto sind abstrakte Gemälde zu sehen, die auch in die Ausstellung kommen. Spuren des Spachtels, mit denen Lee den Sand auf die Leinwand aufgetragen hat, sieht man nur, wenn man stark heranzoomt. Farbpigmente hat sie für die Sand-Gemälde nicht verwendet, nur etwas Bindemittel, damit der Sand auf der Leinwand hält. Für ein Bild, dessen Ocker leuchtet, hat Lee Sand aus Portugal verwendet, für ein ziemlich graues Sand aus New York, ein großes mit braun-beigem Farbverlauf hat sie mit Sand aus dem Senegal gemalt. „Jede Küste hat eine andere Farbpalette.“ Von Weitem wirken die Farbverläufe so, als seien sie natürlich entstanden – vielleicht sogar über Jahre. <i>Camouflagen</i> kann Lee. Sie versteht es, mit ihrer für das Material feinfühligen Art ein ästhetisches Gleichgewicht herzustellen und aufrechtzuerhalten, zwischen dem, was schon da ist – und für das sie eine besondere Aufmerksamkeit hat – und dem, was sie selbst hinzugibt. Und vielleicht ist es genau das, was Lees Arbeit ausmacht. Statt etwas Neues zu schöpfen, erhält sie eine Geschichte aufrecht, am Leben. Sie überführt das Material, das eben oft, wie im Fall von Sand, Zeuge oder Archiv einer jahrhundertelangen Geschichte ist, durch die künstlerische Ausformulierung in die Gegenwart. Mal verlagert, justiert sie ein wenig, gibt so viel wie nötig hinzu, aber im Grunde handelt es sich bei ihren Arbeiten um eine sehr sensible Weise der Sichtbarmachung und des Schaffens eines Gleichgewichts zwischen der künstlerisch hergestellten Form und des natürlich entstandenen Ausgangsmaterials.</p><p> </p>								</div>
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									<p><em>Field of Fragments</em> von Jeewi Lee, Ausstellungsansicht Galerie Sexauer (2024), <span data-teams="true">Courtesy Galerie Sexauer, </span>Fotos: Macus Schneider</p>								</div>
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									<p> </p><p>Nach dem Besuch in Lees Studio kann ich für den Rest des Tages nichts mehr anschauen, ohne zu vermuten, dass es diesen oder jenen Gegenstand ohne Sand nicht geben würde. Das Thema Sand ist hochpolitisch, trotzdem fällt es schwer, zu begreifen, <i>wie</i> abhängig wir von dem Material sind. Klar ist: Sand als Material, aber auch der Stoff der Leinwand – all das, mit dem Lee arbeitet und was sie zu Kunst macht – ist so viel beständiger als wir Menschen. Wir sind abhängig von Wasser, von Sand und zahlreichen anderen Rohstoffen. Am Ende läuft es dann halt doch darauf hinaus, was der Philosoph Michel Foucault prophezeit hat, und „der Mensch verschwindet wie am Meeresufer ein Gesicht im Sand“. Bis es so weit ist, macht es aber noch Spaß, sich Sandkörner als 3D-gedruckte ästhetische Phänomene anzuschauen.</p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/archivarin-des-alltaglichen-jeewi-lee-im-portrat/">Archivarin des Alltäglichen: Jeewi Lee im Porträt</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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