{"id":10631,"date":"2025-12-23T10:02:34","date_gmt":"2025-12-23T10:02:34","guid":{"rendered":"https:\/\/ato.vision\/magazine\/?p=10631"},"modified":"2025-12-23T15:44:58","modified_gmt":"2025-12-23T15:44:58","slug":"new-york-malt-den-vibe-shift","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ato.vision\/magazine\/new-york-malt-den-vibe-shift\/","title":{"rendered":"New York malt den Vibe-Shift"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"10631\" class=\"elementor elementor-10631\" data-elementor-post-type=\"post\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-2b38a35 e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"2b38a35\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-91bfa9d elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"91bfa9d\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Als ich Ende November jahresm\u00fcde durch die Galerien, Museen und Auktionsh\u00e4user Manhattans streifte, fragte ich mich: Was soll eigentlich diese pl\u00f6tzliche R\u00fcckkehr zu Surrealismus und abstraktem Expressionismus, zwei historischen Avantgarde-Bewegungen, die zwar nie wirklich weg, aber sicher nicht der Inbegriff von Gegenwartskunst waren? Dann erinnerte ich mich, dass ich in den USA bin und da gerade <i>Vibe Shift<\/i> angesagt ist. Was das eine mit dem anderen zu tun hat? <i>Follow me around<\/i>.\u00a0<\/p><p>Zur Erinnerung: Der <i>Vibe Shift<\/i> beschreibt die autorit\u00e4re Wende der US-amerikanischen Gesellschaft. Die begann irgendwann zwischen den Nazi-Fackelm\u00e4rschen von Charlottesville 2017, den Capitol-Hill-Protesten am 6. Januar 2021 und Donald Trumps R\u00fcckkehr ins Wei\u00dfe Haus Anfang 2025. Seit neustem geht der <i>Vibe Shift <\/i>allerdings auch in die andere Richtung, nach links. Der Grund daf\u00fcr: New York im November, genauer gesagt, die Wahl des demokratischen Sozialisten Zohran Mamdani \u2013 Trumps populistischen Widersachers \u2013 zum neuen B\u00fcrgermeister der Metropole.<\/p><p>Mamdanis Wahl fand am 4. November statt. Und New Yorks Kunstszene, die seit Trumps zweiter Amtszeit in eine Angststarre verfallen war, explodierte trotz Herbstblues auf einmal wieder in Ekstase. Was ich, der von Mamdanis Sieg nicht ganz so ber\u00fchrt war, dabei beobachten konnte, war, dass der <i>Vibe Shift<\/i>, egal ob von rechts oder links, vor allem eines ist: ein Gef\u00fchl.\u00a0<\/p><p>Klar, was <i>Vibe <\/i>hei\u00dft, kann keine abstrakte Analyse und keine konkrete Gesellschaftskritik sein \u2013 \u201eIt feels like Fascism!\u201c, h\u00f6rte ich New Yorker Freunde andauernd sagen. Aber was f\u00fcr ein Gef\u00fchl ist der <i>Vibe Shift <\/i>genau? Ein Faschismusgef\u00fchl? Nein, so etwas gibt es nicht. Es ist ein Gef\u00fchl der \u00dcberforderung. Wovon? Der chaotischen Politik, der beschissenen Wirtschaft und dem H\u00f6llentor Internet. Kurzum, von der Gegenwart, in der wir gezwungen sind, zu leben.\u00a0<\/p><p>An dieser Stelle kommt der andere <i>Shift <\/i>ins Spiel, der der Kunst und ihrer Institutionen. Der geht n\u00e4mlich so: Weg von dem politisch eindeutigen Protestbewegungskitsch, den wir die letzte Dekade \u00fcber auf Documentas und Biennalen gesehen haben, und hin zu kryptischem Surrealismus und abstraktem Expressionismus, den Wagenburgen sch\u00f6ner Ambivalenz. Man k\u00f6nnte auch sagen, dieser Wandel ist eskapistisch. Zum besseren Verst\u00e4ndnis nenne ich ihn ab jetzt <i>Vibe Art Shift, <\/i>die Verschiebung hin zur <i>Vibe Art<\/i>. Und in New York zeigte sich der wie folgt.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-d5d4236 elementor-widget elementor-widget-image\" data-id=\"d5d4236\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"image.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"511\" src=\"https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/WMAA95631_091725_SixtiesSurreal-1032287_lpr-768x511.jpg\" class=\"attachment-medium_large size-medium_large wp-image-10636\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/WMAA95631_091725_SixtiesSurreal-1032287_lpr-768x511.jpg 768w, https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/WMAA95631_091725_SixtiesSurreal-1032287_lpr-300x200.jpg 300w, https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/WMAA95631_091725_SixtiesSurreal-1032287_lpr-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/WMAA95631_091725_SixtiesSurreal-1032287_lpr-1536x1022.jpg 1536w, https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/WMAA95631_091725_SixtiesSurreal-1032287_lpr.jpg 2000w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-f870cbe elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"f870cbe\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p style=\"text-align: center;\">Peter Saul, <em>Saigon<\/em>, 1967. Installationsansicht <em>Sixties Surreal<\/em> (Whitney Museum of American Art, New York). Foto \u00a9 Matthew Carasella<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-9f65721 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"9f65721\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><span style=\"letter-spacing: 0.2px;\">Das Whitney Museum of American Art beispielsweise, diese Schaltzentrale des globalamerikanischen Geschmacks, erinnerte in seiner Sammlungsshow\u00a0<\/span><i style=\"letter-spacing: 0.2px;\">Sixties<\/i><span style=\"letter-spacing: 0.2px;\">\u00a0<\/span><i style=\"letter-spacing: 0.2px;\">Surreal\u00a0<\/i><span style=\"letter-spacing: 0.2px;\">an die erste Wiederentdeckung des Surrealismus in den 1960ern, der Counter-Culture-Vietnamkriegs-Epoche. Wie n\u00fctzlich! Das Museum glich also einem historischen Stillexikon, in dem die Macher des gegenw\u00e4rtigen\u00a0<\/span><i style=\"letter-spacing: 0.2px;\">Vibe Art Shift\u00a0<\/i><span style=\"letter-spacing: 0.2px;\">zur Inspiration herumbl\u00e4ttern konnten und mit insgesamt 111 ausgestellten K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern auch einiges zu studieren fanden.<\/span><\/p><p>Abgeschlossen wurde der Ausstellungsrundgang mit einem Raum, der sich den radikalpolitischen Spielformen des 60er-Jahre-Surrealismus widmete. Mit den vulg\u00e4ren Materialschlachten von Edward Kienholz \u2013 seinen satirischen Suburbia-Horror-Interieurs \u2013 und Melvin Edwards\u2019 <i>Cotton Hangup<\/i>, einem abstrakten Stahlrelief, das, amalgamiert aus Ketten und Peitschen, an rassistische Lynchmorde und die Sklaverei-Vergangenheit der USA erinnerte. Eine Lesart r\u00fcckte die Kuration mit diesem Raum besonders in den Fokus: Dass sich das, was wir im Surrealismus der 1960er an absurder politischer Realit\u00e4t vorgef\u00fchrt bekommen, gerade live vor unseren Augen wiederholt. In einer amerikanischen Gegenwart, die durch populistische Medienpolitik, Gro\u00dfkotzrhetorik und tagt\u00e4gliche Abschiebe-Paranoia \u2013 also durch die schrill verstimmte <i>Vibe-Shift<\/i>-Klaviatur \u2013 unertr\u00e4glich, ja, unfassbar geworden ist.\u00a0<\/p><p><span style=\"letter-spacing: 0.2px;\">Womit wir bei der schlichten Gleichung angekommen sind, um die sich dieser Text hier dreht: Surrealismus ist die Kunst, die entsteht, wenn sich K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler von ihrer entgleisenden Gegenwart \u00fcberfordert f\u00fchlen. Historisch betrachtet ist diese Analogie gar nicht so falsch. Klar, der Surrealismus, angeregt von Andr\u00e9 Bretons 1924 verfasstem\u00a0<\/span><i style=\"letter-spacing: 0.2px;\">Ersten Surrealistischen Manifest<\/i><span style=\"letter-spacing: 0.2px;\">, war ein Ph\u00e4nomen des Umbruchs. Konkret: des gewaltigen Epochen-Drifts der Moderne, der Weltwirtschaftskrise, des Zweiten Weltkriegs und des Holocausts. Auch, so k\u00f6nnte man argumentieren, entstanden einige seiner ikonischsten Werke aus einem Gef\u00fchl der \u00dcberforderung. Schlie\u00dflich litten die meisten seiner Protagonistinnen und Protagonisten, etwa Meret Oppenheim, Luis Bu\u00f1uel oder Max Ernst, als Juden, Antifaschisten oder sogenannte \u201eentartete K\u00fcnstler\u201c unter Verfolgung. Ihre k\u00fcnstlerische Neigung zum Surrealen \u2013 zu Traumwelten, freien Assoziationen, dem Unbewussten \u2013 k\u00f6nnte man so als Antwort auf den Schock interpretieren, den ihre katastrophale Gegenwart damals in ihnen ausgel\u00f6st haben mag.\u00a0<\/span><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-977cc4c elementor-widget elementor-widget-image\" data-id=\"977cc4c\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"image.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1092\" src=\"https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/WMAA88517_HurtadoL_Untitled_1971_hpr-768x1092.jpg\" class=\"attachment-medium_large size-medium_large wp-image-10635\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/WMAA88517_HurtadoL_Untitled_1971_hpr-768x1092.jpg 768w, https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/WMAA88517_HurtadoL_Untitled_1971_hpr-211x300.jpg 211w, https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/WMAA88517_HurtadoL_Untitled_1971_hpr-720x1024.jpg 720w, https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/WMAA88517_HurtadoL_Untitled_1971_hpr-1081x1536.jpg 1081w, https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/WMAA88517_HurtadoL_Untitled_1971_hpr.jpg 1407w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-4a143e1 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"4a143e1\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Luchita Hurtado, <em>Untitled<\/em>, 1971. \u00a9 The Estate of Luchita Hurtado. Courtesy The Estate of Luchita Hurtado and Hauser &amp; Wirth. Foto \u00a9 Jeff McLane<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-125bee2 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"125bee2\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><span style=\"letter-spacing: 0.2px;\">Andererseits, und das schw\u00e4cht das \u00dcberforderungsargument, war der Surrealismus eine modernisierende Avantgarde-Bewegung. Per Definition bedeutete das, dass er in bis dato k\u00fcnstlerisch unerschlossene Bereiche vorsto\u00dfen wollte. So auch in die der Psyche. Nimmt man dem Surrealismus genau diesen Neuheitsaspekt \u2013 und ich behaupte <\/span><i style=\"letter-spacing: 0.2px;\">Sixties<\/i> <i style=\"letter-spacing: 0.2px;\">Surreal<\/i><span style=\"letter-spacing: 0.2px;\"> tut das in seinem Gegenwartswahn \u2013 wird er zu jener visuellen Floskel, die mir in New York \u00fcberall begegnete.\u00a0<\/span><\/p><p>Zum Beispiel bei der vornehmen Blue-Chip-Galerie PACE. Dort stellte Anfang November der deutsche K\u00fcnstler Friedrich Kunath seine hyperrealistische Meme-Malerei aus \u2013 eine witzige <i>Californication<\/i> von Ren\u00e9 Magritte. Genauso bei David Zwirner, einem weiteren Galeriegiganten, der im Herbst zum ersten Mal Sasha Gordon ausstellte, eine junge Malerin, in deren Show ich dann genau jenes surrealistische Klischeebild fand, um das es mir hier geht. Auf dem Gem\u00e4lde \u2013 es tr\u00e4gt den Titel <i>It was still far away<\/i> \u2013 sitzt eine Frau im Park, entspannt h\u00f6rt sie Musik, zupft sich unbek\u00fcmmert am Zeh, w\u00e4hrend hinter ihr ein pinkroter Atompilz aufsteigt. Eine \u00dcberspitzung der Realit\u00e4t \u2013 wie surreal! \u2013, die nicht mehr zum Ausdruck bringt als das, was man in New York sowieso an allen Ecken h\u00f6rt: \u201eCrazy times we\u2019re living in, huh?\u201c \u2013 \u201eYeah, fascist times!\u201c<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-47edee0 elementor-widget elementor-widget-image\" data-id=\"47edee0\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"image.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"640\" src=\"https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Sasha-Gordon-1024x819.jpg\" class=\"attachment-large size-large wp-image-10633\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Sasha-Gordon-1024x819.jpg 1024w, https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Sasha-Gordon-300x240.jpg 300w, https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Sasha-Gordon-768x614.jpg 768w, https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Sasha-Gordon-1536x1228.jpg 1536w, https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Sasha-Gordon.jpg 2000w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-0e8cd97 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"0e8cd97\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p style=\"text-align: center;\">Sasha Gordon, <i>It Was Still Far Away<\/i>, 2024. \u00a9 Sasha Gordon. Courtesy the artist and David Zwirner, New York<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-68565b9 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"68565b9\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Bezeichnend ist, dass dieses Surrealismus-Klischee gerade bei der Upper Class des Kunstbetriebs so gut ankommt. Warum? Es ist das Spiegelbild ihres Gegenwartsgef\u00fchls, der \u00dcberforderung. <i>Crazy times, huh?!<\/i> Gleichzeitig macht es ihnen diesen Gegenwartsgrusel als visuellen Fetisch konsumierbar. Ein ambivalenter Genuss, rechnet man mit ein, dass so ein Fetisch immer auch Ablenkung bedeutet. Zum Beispiel davon, dass man als Mensch mit viel Geld \u2013 als PACE- oder Zwirner-K\u00e4ufer \u2013 ziemlich viel Verantwortung f\u00fcr den obsz\u00f6nen Zustand der Gesellschaft h\u00e4tte, vor der man sich dank der surrealistischen <i>Vibe Art<\/i> an der Wand so sch\u00f6n gruseln kann. Was mich zur n\u00e4chsten Eigenschaft des <i>Vibe Art Shift <\/i>bringt: Das Ph\u00e4nomen ist fast ausschlie\u00dflich eines der Malerei. Und die verkauft sich bekanntlich am leichtesten.<\/p><p>Dazu passt, dass das Museum of Modern Art \u2013 noch so ein kunstinstitutioneller Influencer \u2013 im November eine umfangreiche Retrospektive des kubanischen, tats\u00e4chlich grandiosen Surrealisten Wifredo Lam zeigte. Auch das Auktionshaus Sotheby\u2019s verstand die Zeichen der Zeit und zog kurz darauf nach. In ihrer frisch er\u00f6ffneten New-York-Dependance \u2013 dem ph\u00e4nomenal brutalistischen Breuer Building \u2013 widmeten sie Lam eine eigene Sonderausstellung. Aber nicht nur das. Unter dem Titel <i>Exquisite Corpus<\/i> versammelte Sotheby\u2019s in ihrer Herbstauktions-Preview gleich auch alle anderen Stars des historischen Surrealismus \u2013 Leonora Carrington, Hans Bellmer, Ren\u00e9 Magritte. Was das bedeutet? Der Kunstmarkt ist bereit f\u00fcr das Surrealismus-Revival. Das \u00dcberforderungsgef\u00fchl l\u00e4sst sich vermarkten. Der surrealistische <i>Vibe Art Shift <\/i>ist nicht die subversive Antwort auf die Trump-Gegenwart, sondern ihr plumper, kunstbetrieblicher Ausdruck.<\/p><p>Aber halt! Was ist denn mit dem abstrakten Expressionismus, der anderen New Yorker Stil-Renaissance? Mit dem verh\u00e4lt es sich leider \u00e4hnlich wie mit dem Surrealismus. Der abstrakte Expressionismus und seine saufenden Macho-Protagonisten \u2013 die All-American-Evergreens Jackson Pollock und Willem de Kooning \u2013 fielen in ihrer kunsthistorischen Entwicklung genauso mit dem schwer zu begreifenden Grauen von Weltkrieg, V\u00f6lkermord und Exil zusammen. Nur etwas sp\u00e4ter als der Surrealismus, Ende der 1940er Jahre. Und genau deshalb k\u00f6nnte man jetzt wieder annehmen, dass sich auch in der Artefakt-Malerei des abstrakten Expressionismus \u2013 seinen rohen Gesten \u2013 ein historisches Gef\u00fchl von \u00dcberforderung ausdr\u00fcckt: ein Abwenden von der unertr\u00e4glich gewordenen Realit\u00e4t, also den ideologischen Realismen von Nazis und Sowjets, in die wirre Abstraktion. Allerdings w\u00e4re auch diese Vorstellung nur ein Klischeebild, das der Gegenwart und ihrem Bed\u00fcrfnis nach humpelnden historischen Vergleichen entspr\u00e4che. Schade also, dass ich genau dieses Klischee als Gegenwartskunst verpackt in New Yorker Ausstellungen wiederfand.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-94f5265 elementor-widget elementor-widget-image\" data-id=\"94f5265\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"image.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"642\" src=\"https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Violence-Upended-\u2014-IMPULSE-Magazine-5-1024x822.jpg\" class=\"attachment-large size-large wp-image-10662\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Violence-Upended-\u2014-IMPULSE-Magazine-5-1024x822.jpg 1024w, https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Violence-Upended-\u2014-IMPULSE-Magazine-5-300x241.jpg 300w, https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Violence-Upended-\u2014-IMPULSE-Magazine-5-768x616.jpg 768w, https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Violence-Upended-\u2014-IMPULSE-Magazine-5-1536x1233.jpg 1536w, https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Violence-Upended-\u2014-IMPULSE-Magazine-5.jpg 2000w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-df8198d elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"df8198d\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Jay Payton, <em>Jhator \u201eGiving Alms to the Birds\u201c (quadriptych)<\/em>, 2025. Foto \u00a9 Jason Loebs. Courtesy of the artist and 15Orient, New York<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-0540494 e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"0540494\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-b46d00e elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"b46d00e\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p style=\"color: #000000; letter-spacing: 0.2px;\">So bei der Solo-Show des Malers Jay Payton,&nbsp;<i>The Cruel and Violent Nature of Domesticated Homo Sapiens<\/i>, in der angesagten Galerie 15Orient. Alles dort sah nach historischem Reenactment aus. Die Bilder hingen an unverputzten W\u00e4nden, materialroh, farbexplosiv, existentiell, als h\u00e4tte sie ein depressiver Vietnamkriegsveteran irgendwo im Hinterland gemalt. Auf einer Reliefmalerei, die mir besonders negativ auffiel, hatte Payton vergilbte Zeitungsausschnitte und alte Computerhardware grob auf die Leinwand montiert, was den vagen Eindruck erweckte, dass es sich hier um Spuren einer gro\u00dfen Verschw\u00f6rung, also etwas Bedeutungsvollem, handele. Folgte man den Assoziationen aber, f\u00fchrten die nirgendwo anders hin als zur\u00fcck ins psychotische Hirn des von mir imaginierten Vietnamkriegsveteranen, einer historischen, keiner zeitgen\u00f6ssischen Figur.<\/p>\n<p style=\"color: #000000; letter-spacing: 0.2px;\">Genauso der Ausstellungsraum selbst. Seine l\u00f6chrig-ungeschliffenen Dielen, sein Umbauzustand, die Heroin-Chic-Atmosph\u00e4re \u2013 alles daran schrie \u201eFetisch\u201c. Und der spielte mit der Fantasie, man st\u00fcnde in einem dieser billigen Lower-Manhattan-Studios, die es damals, zu Pollocks Zeiten, noch gegeben hatte und die heute so teuer sind wie ein feuchter Immobilienmaklertraum. Kein Wunder also, dass bei 15Orient pl\u00f6tzlich Jerry Saltz aufkreuzte \u2013 der ewigjunge Dinosaurier der Kunstkritik \u2013 und sich \u00fcber die wiederbelebte Kulisse seiner eigenen 60er-Jahre-Jugend freute.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt ist Jerry Saltz ein Katalysator des&nbsp;<i>Vibe Art Shift<\/i>. Wenige Tage vor der 15Orient-Er\u00f6ffnung hatte er noch Sasha Gordons Neo-Surrealismus-Ausstellung bei David Zwirner f\u00fcr den&nbsp;<i>New Yorker<\/i>&nbsp;rezensiert. Begeistert schrieb er: \u201eDiese Ausstellung ist keine f\u00fcr den Markt herausgeputzte Identit\u00e4tspolitik mehr, kein weiteres&nbsp;<i>Virtue Signaling<\/i>. Daf\u00fcr sind diese Leinw\u00e4nde viel zu r\u00e4tselhaft und schwer zu fassen.\u201c Warum Kritiker Saltz und seine Leserschaft \u2013 die liberale Upper Class \u2013 diese neue R\u00e4tselkunst so gro\u00dfartig finden? Sie entspricht ihrem orientierungslosen Gegenwartsempfinden, ohne mit dem Zeigefinger auf dessen gesellschaftliche Realit\u00e4t zu deuten. Symptomatisch f\u00fcr diesen Wunsch nach Unkonkretem steht der Titel der j\u00fcngsten Ausstellung bei David Zwirner:&nbsp;<i>to define a feeling<\/i>. Gezeigt wird der 60er-Jahre-Expressionismus von Malerin Joan Mitchell.<\/p><p><span style=\"letter-spacing: 0.2px;\">Warum Galeristen, K\u00e4ufer und Kritiker beim&nbsp;<\/span><i style=\"letter-spacing: 0.2px;\">Vibe Art Shift<\/i><span style=\"letter-spacing: 0.2px;\">&nbsp;mitmachen, w\u00e4re damit also erkl\u00e4rt. Aber was ist mit den jungen K\u00fcnstlern? Warum die? Ein letztes Beispiel: Grace Rosario Perkins im Erdgeschoss des Whitney Museums. In ihrer Einzelausstellung&nbsp;<\/span><i style=\"letter-spacing: 0.2px;\">Circles, Spokes, Zigzags, Rivers<\/i><span style=\"letter-spacing: 0.2px;\">&nbsp;zeigte sie gro\u00dfe, mit Blumenformen zugesprayte Leinw\u00e4nde, die in ihren wilden Gesten und dem bombastischen Farb-Mix wieder an den Abstrakten Expressionismus erinnerten. Gleichzeitig versteckten sich in diesem Wirrwarr aufgeklebte Polaroids, Schreibmaschinentexte und zerfledderte Werbebanner. Items, die man nicht dechiffrieren kann, die aber Perkins\u2019 abstrakt-expressionistischen Stil unterlaufen und einen mysteri\u00f6sen Subtext andeuten. Zu einem koh\u00e4renten Bild verdichtet sich dieser allerdings nie. Er bleibt ein R\u00e4tsel. Die getriggerte Geheimbotschaft in Perkins\u2019 Bildern: eine Suggestion. Diese Malerei will nur eins sein:&nbsp;<\/span><i style=\"letter-spacing: 0.2px;\">Vibe<\/i><span style=\"letter-spacing: 0.2px;\">-Malerei. Verf\u00fchrung. Aber nochmal: warum?<\/span><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-3675104 elementor-widget elementor-widget-image\" data-id=\"3675104\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"image.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"976\" src=\"https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/large_WMAA93752_Grace-Rosario-Perkins_Let_s-Go-Back-to-That-Magic-Place-that-Only-You-and-I-Have-Seen-_crop_-1-768x976.jpg\" class=\"attachment-medium_large size-medium_large wp-image-10669\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/large_WMAA93752_Grace-Rosario-Perkins_Let_s-Go-Back-to-That-Magic-Place-that-Only-You-and-I-Have-Seen-_crop_-1-768x976.jpg 768w, https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/large_WMAA93752_Grace-Rosario-Perkins_Let_s-Go-Back-to-That-Magic-Place-that-Only-You-and-I-Have-Seen-_crop_-1-236x300.jpg 236w, https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/large_WMAA93752_Grace-Rosario-Perkins_Let_s-Go-Back-to-That-Magic-Place-that-Only-You-and-I-Have-Seen-_crop_-1-806x1024.jpg 806w, https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/large_WMAA93752_Grace-Rosario-Perkins_Let_s-Go-Back-to-That-Magic-Place-that-Only-You-and-I-Have-Seen-_crop_-1-1209x1536.jpg 1209w, https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/large_WMAA93752_Grace-Rosario-Perkins_Let_s-Go-Back-to-That-Magic-Place-that-Only-You-and-I-Have-Seen-_crop_-1-1612x2048.jpg 1612w, https:\/\/ato.vision\/magazine\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/large_WMAA93752_Grace-Rosario-Perkins_Let_s-Go-Back-to-That-Magic-Place-that-Only-You-and-I-Have-Seen-_crop_-1.jpg 1889w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-a0384e9 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"a0384e9\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Grace Rosario Perkins, <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Lets Go Back To That Magic Place That Only You and I Have Seen (Illuminations)<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">, 2023. \u00a9 Grace Rosario Perkins. Courtesy the artist and Bockley Gallery<\/span><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-c2e9bba elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"c2e9bba\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p style=\"letter-spacing: 0.2px; color: #000000;\"><span style=\"letter-spacing: 0.2px;\">Am Flughafen, kurz bevor ich New York verlie\u00df: Mein Tiktok-Algorithmus sp\u00fclte mir ein Video auf die For-You-Page. Darin ein nerv\u00f6ser Marketing-Experte, der mir erkl\u00e4rte, dass die Gen-Z \u2013 seine Zielgruppe \u2013 nicht mehr auf das aufwendige Storytelling der vergangenen Werbe-Jahre anspreche. Auch das Vermarkten mit falschen politischen Botschaften sei vorbei. Was Werber jetzt br\u00e4uchten? Der Marketing-Experte: \u201eThe vibe!\u201c Angesagt seien nun Moodboards und superkurze Videos, die Pop-Referenzen, Farben und Eindr\u00fccke so stark und mit Understatement verdichteten, dass dabei ein ganz bestimmtes Gef\u00fchl f\u00fcr die beworbene Marke entst\u00fcnde. Welches Gef\u00fchl? \u201eThis feeling of being riddled, so your audience wants to know more about your brand.\u201c\u00a0<\/span><\/p><p><span style=\"color: #000000;\">Und ist das nicht das gleiche, was die <i>Vibe Art<\/i>, was junge K\u00fcnstler*innen mit ihr wollen? Ein Gegenwartsbed\u00fcrfnis in Marktmacht verwandeln? Ich sage: Ja. Die <i>Vibe Art <\/i>ist ein k\u00fcnstlerisches Vermarktungsklischee. Denn was ihr fehlt, um mehr zu sein \u2013 gute Gegenwartskunst n\u00e4mlich \u2013, ist das, was sie vom originalen Surrealismus und vom fr\u00fchen abstrakten Expressionismus unterscheidet: das durchschlagend Neue.<\/span><\/p><p><span style=\"color: #000000;\">Wer jetzt allerdings im bequemen Berlin sitzt und denkt, das sei typisch amerikanisch, typisch New York, typisch Trump-\u00c4ra, dem kann ich nur empfehlen, sich zuhause nochmal genauer umzusehen: Issy Woods magische Bilder im Schinkel Pavillon, Trey Abdellas fabelhaft weihnachtliche Americana-Assemblagen bei Kraupa-Tuskany Zeidler oder das Surrealisten-Netzwerk in der Neuen Nationalgalerie. Auch Berlin will die Vibe Art. Hoffen wir, dass uns wenigstens die gesellschaftliche Wende, f\u00fcr die sie steht, erspart bleibt.<\/span><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-085cc97 e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"085cc97\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alles so sch\u00f6n vibey hier. 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