{"id":4321,"date":"2022-11-02T12:32:23","date_gmt":"2022-11-02T12:32:23","guid":{"rendered":"https:\/\/ato.vision\/magazine\/?p=4321"},"modified":"2023-12-12T15:10:02","modified_gmt":"2023-12-12T15:10:02","slug":"gossip-als-legitime-kulturpraxis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/origin-ls.ato.vision\/gossip-als-legitime-kulturpraxis\/","title":{"rendered":"Keeping up with the Curators: Gossip als legitime Kulturpraxis?"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"4321\" class=\"elementor elementor-4321\" data-elementor-post-type=\"post\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-9b6282a e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"9b6282a\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-e49bda2 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"e49bda2\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><span style=\"font-weight: 400;\">Gerade in der Kunst ist die Arbeit im besonderem Ma\u00dfe an das Selbstbild gekn\u00fcpft. Wie bei einem Kartenhaus zieht Kritik an der Arbeit auch Kritik des Selbstwerts mit sich und f\u00fchrt regelm\u00e4\u00dfig dazu, dass, metaphorisch gesprochen, der Turm in sich zusammenf\u00e4llt. Die Kunstszene ist fast so etwas, wie ein geschlossener Kreis, eine Bubble. Obwohl alle immer so tun, als ob sie ganz close miteinander sind, ist es gang und g\u00e4be, hinter dem R\u00fccken der Anderen zu l\u00e4stern. Die Gemeinschaft verbindet unter anderem eines: Gemeinheit. Menschen aus der Bubble verbringen ihre kostbare Lebenszeit damit, Informationen zu sammeln, um dann \u00fcbereinander reden zu k\u00f6nnen. Menschen au\u00dferhalb des Kreises nennen das Tratsch. In der Kunst nennt man das Kritik und sieht darin eine Kulturpraxis. Im Mittelalter war der Begriff &#8222;Gossip&#8220; noch mit dem Wort &#8222;Freund&#8220; gleichzusetzen. Es handelt sich dabei um eine immaterielle, unsichtbare Kommunikationspraxis, die sich auch immer als eine Art Gegennarrativ zum Mainstream verhalten will.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/><\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Erst seit der Neuzeit kam die abwertende Konnotation dazu. Das Absurde ist doch, dass die negative Assoziation von Gossip vor allem im Kontext von FLINTA* Personen gelesen wird. Im Aufwachsen lernt man, dass von \u201aKeeping Up With \u2026\u2018 bis zu den \u201aDesperate Housewives\u2018 die Protagonist*innen des &#8222;Tratschens&#8220; weiblich gelesen sind.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/><\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Dabei ist die Abwertung des Begriffs auch eine Untergrabung von gemeinschaftlich geschaffenen Infrastrukturen. Gerade Subkulturen haben sich dieses \u201aCounter-Narrativ\u2018 als eine Art emanzipatorisches Element geschaffen, um Systeme in Frage zu stellen, in denen sich sichtbare Ordnungen manifestiert haben. Ja, Gossip schafft sogar Gemeinschaft, die das Potential hat, diese bestehenden Systeme zu unterwandern. Im digitalen Zeitalter ist der Gossip, gelegentlich als Shitstorm auftretend, ein wichtiges, gesellschaftliches Tool der Kritik und des Hinterfragens von \u00d6ffentlichkeit geworden. Dennoch muss man zwischen der erfragten Meinung und dem unwiderstehlichen Drang der Bubble unterscheiden, die eigenen Meinungen sprichw\u00f6rtlich aus sich heraus platzen zu lassen. Denn ein Satz, der nach dem Komma mit einem \u201eaber\u201c beginnt, kann wohl nichts Gutes wollen. Oder?<\/span><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An dieser Stelle gibt es regelm\u00e4\u00dfig Memes von unserem Lieblings-Art-Meme-Account Freeze Magazine. Kommentiert werden sie von Helena K\u00fchnemann, Autorin und K\u00fcnstlerin aus Berlin.<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":4432,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"elementor_theme","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[56],"tags":[36,41,43,58,40,68,66,67],"class_list":["post-4321","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allebeitraege","tag-atelier","tag-ausstellung","tag-berlin","tag-galerie","tag-kunst","tag-kuratieren","tag-meme","tag-memes"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/origin-ls.ato.vision\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4321","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/origin-ls.ato.vision\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/origin-ls.ato.vision\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/origin-ls.ato.vision\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/origin-ls.ato.vision\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4321"}],"version-history":[{"count":27,"href":"https:\/\/origin-ls.ato.vision\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4321\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4410,"href":"https:\/\/origin-ls.ato.vision\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4321\/revisions\/4410"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/origin-ls.ato.vision\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4432"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/origin-ls.ato.vision\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4321"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/origin-ls.ato.vision\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4321"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/origin-ls.ato.vision\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4321"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}