Vague

byVOLNA
Im Sommer 2019, auf einer Höhe von 2006 Metern in den italienischen Alpen, können Kletterer und Wanderer auf eine Panoramaplattform stoßen, die vom Künstlerkollektiv VOLNA im Rahmen der Landart-Biennale SMACH geschaffen wurde. Die Installation „Vague" ist eine Art Beobachtungspunkt. Besucher blicken durch Glasplatten, deren Trübung sich ständig verändert, und versuchen, die verstreuten Teile eines Panoramablicks auf die Berge im Naturpark Fanes-Sennes-Prags zusammenzusetzen. Diese Dekonstruktion des typischen Aussichtspunkts führt zum Thema Heimat, das von den Organisatoren der Biennale in den Dolomiten vorgegeben wurde. Heimat ist etwas Flüchtiges, wie die Erinnerungen an die Orte, aus denen man stammt, wenn man als veränderter Mensch darauf zurückblickt. Sie lässt sich nie als Ganzes darstellen, sondern ist vielmehr eine Kombination unterschiedlicher und manchmal unabhängiger Erinnerungsfragmente, die zusammen ein schimmerndes, unscharfes Bild ergeben. Aus der Distanz betrachtet, behält sie ihre Umrisse, doch man weiß nie, ob diese Verschmelzung verschiedener Bestandteile objektiv wahr ist oder nicht. VOLNA: „Die Installation versucht, jenes Gefühl fragmentierter und instabiler Bilder einzufangen, das gewöhnlich nur in unserer Vorstellung existiert – so, als würde man versuchen, eine Erinnerung in ihrer Gesamtheit zu erfassen und scharfzustellen, ohne es zu schaffen. Manche Bilder sind uns vertraut und emotional wichtig, während sie zugleich unklar bleiben. Wenn wir uns an ferne Gefühle, Orte oder Dinge erinnern, die uns wichtig sind, entstehen meist nur Bildfetzen und verschwommene Eindrücke. Man kann es endlos weiter versuchen, doch egal wie genau man hinsieht, bleibt neben den klaren Teilen stets eine gewisse Unschärfe. Manchmal liegt sie am Rand, manchmal genau im Zentrum. Dieses flüchtige Gefühl färbt das Panorama mit Subjektivität und verwandelt Materie in eine unklare, ferne Idee." Diese Idee wird durch den Einsatz von PDLC-Technologie ausgedrückt, die es Glasplatten ermöglicht, ihre Transparenz bei angelegter elektrischer Spannung zu verändern. Damit die Installation im autarken Betrieb im Naturpark funktioniert, wurde ein Solarstromsystem eingesetzt. Der Betriebsmodus ermöglicht es der Installation, nachts Energie zu sparen, sodass sie während der drei Sommermonate täglich automatisch um 8 Uhr eingeschaltet wird. Die Installation „Vague" ist die erste Arbeit des VOLNA-Künstlerteams im Freien, die vollständig unabhängig von externen Stromquellen realisiert wurde, sowie die erste Arbeit, die für die Betrachtung bei Tageslicht konzipiert ist.

Edition
Unique
Material
PDLC-Glasplatten (Polymer Dispersed Liquid Crystal), Solarstromsystem, individuell entwickelte Elektronik
Technique
Mixed media
Details

Credits

Konzept und Produktion: VOLNA

Technik: Alexey Belyakov

Besonderer Dank an: William Cohen, Alexander Felch, Justina Fink, Max Mutschlechner, Viktor Smolensky, Moritz Trebo, Sergey Vinogradov

Foto und Video: VOLNA

Projekt in Auftrag gegeben von SMACH. Constellation of art, culture & history in the Dolomites

© VOLNA (2019)

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