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	<title>Anika Meier, Autor bei Crisp Magazin</title>
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	<description>Junges, kritisches Kunstmagazin – herausgegeben von ato</description>
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		<title>Der AI Slop von Pierre Huyghe: Wie „Liminals“ unabsichtlich die Diskussion um AI-Kunst verändern könnte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anika Meier]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Feb 2026 09:27:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Nachdem unsere Autorin die Pressevorbesichtigung der Ausstellung von Pierre Huyghe (ja, der mit dem Hund mit dem pinken Bein bei der Documenta13) in der LAS Art Foundation in der Berliner Halle am Berghain besucht hatte, musste sie erstmal in ihr Telefon schimpfen und eine Instagram Story posten.<br />
Lesezeit: 7 Minuten</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/der-ai-slop-von-pierre-huyghe-wie-liminals-unabsichtlich-die-diskussion-um-ai-kunst-veraendern-koennte/">Der AI Slop von Pierre Huyghe: Wie „Liminals“ unabsichtlich die Diskussion um AI-Kunst verändern könnte</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="10884" class="elementor elementor-10884" data-elementor-post-type="post">
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									<p>Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals zuvor so viele Nachrichten als Reaktionen auf eine Instagram Story bekommen habe. </p><p>Das war der Text:</p><p style="padding-left: 40px;">„I have just been to the press preview at the LAS Foundation in Berlin: Pierre Huyghe’s <i>Liminals</i>. The exhibition opens tonight. I get it. At some point, artists become so big that they can get away with everything. And with big names, it’s easier to secure funding, and so on.</p><p style="padding-left: 40px;">But what is this?</p><p style="padding-left: 40px;">First, and most importantly: it’s not a <a href="https://www.las-art.foundation/de/programm/pierre-huyghe">“human-like figure,” as the exhibition text claims.</a> It’s clearly a female body. A female body that has given birth before. What is missing is the face. Instead of a face, there’s a black hole. So, what happens? For about 50 minutes, we watch this naked female body crawl around a landscape that might have sprung from Elon Musk’s Mars fantasy. The climax — which most people won’t see because it’s toward the end: the female face, you remember, the black hole, penetrates a massive stone. I’ll leave you with this.“</p><p>Ende meiner Instagram Story. Nun, viele Leute waren verstört und wütend. Es kamen Kommentare wie „shocking, very violent“, sie haben das Werk misogyn genannt. Die meisten Leute haben aber einfach „wtf“ und „Ich hasse es“ kommentiert. </p><p>Einige Tage später treffe ich eine Freundin, die aus London nach Berlin gekommen ist, um sich die Ausstellung anzusehen. Sie nennt sich selbst eine große Bewunderin von Pierre Huyghe. Sehr hohe Erwartungen habe sie deshalb an den Künstler. Während sie also 50 Minuten lang den Film angeschaut hat, hat sie darüber nachgedacht, was daran interessant sein könnte. Am Ende kam sie dann doch zu dem Schluss, dass sie nur Entschuldigungen finden würde, und als der Film vorbei war, habe sie sich entschieden, dass das richtige Wort dafür <i>misogyn</i> sei. </p>								</div>
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									<p class="a-b-r-La" style="text-align: center;">Pierre Huyghe, <em>Liminals</em>, 2025. Filmstill. In Auftrag gegeben von LAS Art Foundation und Hartwig Art Foundation. <br />Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers. © Pierre Huyghe / VG Bild-Kunst, Bonn, 2026.</p>								</div>
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									<p> </p><p>Wie man sich vorstellen kann, war die Pressevorbesichtigung sehr gut besucht. Es waren alle da, von der New York Times bis Monopol. Mit einer Autorin, die einen sehr bekannten Kunst-Podcast hostet, habe ich Witze darüber gemacht, dass es doch lustig wäre, den Künstler zu fragen: Warum ein Frauenkörper? Sie erzählte mir, dass der Künstler die Einladung abgelehnt habe. Nun, jemand anderes konnte die Frage stellen. <a href="https://ato.vision/magazine/author/laura-helena-wurth/">Laura Helena Wurth</a> hat eine Besprechung der Ausstellung für die <a href="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst-und-architektur/ausstellung/geschlechtslose-ki-koerper-pierre-huyghes-liminals-in-berlin-accg-110824160.html">Frankfurter Allgemeine Zeitung</a> geschrieben: </p><p>„Auf Nachfrage erzählt Huyghe, dass er natürlich lieber einen nackten Frauenkörper ansehe, aber dass das sicherlich nicht der Grund sei, warum er sich für seine Darstellung entschieden habe. Es handele sich vielmehr um einen Stellvertreter als um einen Frauenkörper; er sei eigentlich geschlechtslos.“</p><p>Das ist die Antwort, die man an dieser Stelle natürlich erwartet. Dem heterosexuellen Mann macht es selbstverständlich mehr Freude, einen nackten Frauenkörper anzusehen (man möchte gar nicht wissen, wie lange der Künstler mit seinem Team daran gearbeitet hat) als einen Männerkörper. Aber bitte, wenn man dem Frauenkörper dann sogar eine Kaiserschnittnarbe hinzufügt, zu behaupten, dass der Körper geschlechtslos sei? Und die ausstellende Institution geht da dann auch noch mit? </p><p>Einen Mann hätte man sich ja noch gefallen lassen können, da wäre vielleicht die Schöpfungsgeschichte irgendwie erklärend zu Hilfe gesprungen, aber so? Kein Gesicht, ein Frauenkörper, völlig entpersonalisiert. Der Höhepunkt des Films: die Penetration, mit dem Loch im Gesicht – wir erinnern uns –, eines Gewölbevorsprungs. Die Szene hat sich, glaube ich, sogar wiederholt. </p><p>Da kommt nun also einiges zusammen: großer Name, großer Screen, große Halle und ein vermutlich sehr großer Fundingtopf. Nicht zu vergessen, irgendwas mit Quantum und KI. Und es reicht offenbar, einen Film auf einer sehr großen Leinwand in einer sehr viel größeren Halle zu zeigen, um etwas eine Ausstellung nennen zu können. </p><p>Vielleicht ändert diese Ausstellung die Diskussion um AI Slop und AI-Kunst. Denn am Ende – und am Anfang – sind es immer noch Menschen, die Kunst machen und Entscheidungen treffen: Menschen sagen der Maschine, was sie schaffen soll. Menschen entscheiden, ob es mit etwas weitergeht, das die Maschine geschaffen hat oder ob man es verwirft. Und Menschen entscheiden, was in Ausstellungen gezeigt wird. Was ja interessant ist, denn im aktuellen Diskurs meint AI Slop: massenhaft produzierte Inhalte, belanglos, inhaltsleer. Titus Blome hat gerade für <a href="https://www.zeit.de/2026/04/ki-inhalte-social-media-slop-internet-popkultur">Die Zeit</a> über AI Slop geschrieben und beschreibt sehr schön, was landläufig darunter verstanden wird. </p><p>Nicht nur 24/7 ins Netz gespülte Inhalte sind AI Slop. Auch ein großer Künstler kann mit exorbitantem Budget AI Slop produzieren: belanglose und inhaltsleere, mit AI geschaffene Kunst. Es ist an der Zeit, dass sich mit dem Thema AI und Kunst differenzierter befasst wird und Institutionen nicht alles gutheißen, was die großen Namen (mit AI) schaffen. </p><p>Ich frage mich, was man sich als „forward-thinking arts organisation“ gedacht hat, als man den Film gesehen hat, und wie man von dort aus zu diesem Ausstellungstext gekommen ist. Und was man dachte, was an diesem Film interessant sei und wieso man dann diesen Film auch noch in Berlin in der kalten Halle präsentieren muss. </p><p>Wir müssen ganz sicher nicht daran erinnert werden, wie schlimm die Welt zugrunde gerichtet wird und wie trostlos alles erscheint. Wir müssen noch weniger daran erinnert werden, dass nicht einmal im digitalen Raum Frauenkörper von männlichen Gewaltfantasien verschont bleiben. </p><p>Vor wenigen Tagen teilte Marc Spiegler in seiner Instagram Story <a href="https://www.instagram.com/p/DT0z-YzjEN5/?igsh=MTFzcGl3M3k0dDBqdQ%3D%3D">dieses Posting</a>: „Men are using smart glasses to secretly film women.“ Sein Kommentar dazu: „And they are inherently creepy. This will just make more people isolate from each other.“ Und hier ist die Creepiness auf dem großen Bildschirm, ohne Triggerwarnung. </p><p>Die Zeit veröffentlichte schon einen Tag vor dem Opening den Text von Tobias Timm mit einer großartigen Überschrift: „<a href="https://www.zeit.de/2026/04/pierre-huyghe-liminals-kunst-berlin?freebie=cf492921">Nie war Künstlers Kopf so leer</a>.“ Im Untertitel war von „Brimborium„ und „Edelkitsch“ die Rede. Im Text dann das Urteil, so gnadenlos wie der Künstler mit dem Körper der Frau umgeht: „Ein Kopf ohne Hirn und Gesicht: ein Sinnbild für die derzeitige Schaffensphase von Pierre Huyghe. Mit größtmöglichem Aufwand produziert er absolute Hohlheit.“</p><p>Die Fondation Beyeler zeigt übrigens pünktlich zur Art Basel in diesem Jahr eine große Pierre Huyghe-Ausstellung. Als <a href="https://www.fondationbeyeler.ch/en/exhibitions/pierre-huyghe">Ankündigungsbild </a>wird natürlich der Kopf mit dem schwarzen Loch verwendet. Ich bin gespannt, ob bei der Fondation Beyeler jemand auf die Idee kommt, dem Künstler zu sagen, dass sein Film misogyn ist. Zeit wäre ja noch, die neueste Fassung von <i>Liminals</i> zu überarbeiten. Ah, Moment, dafür würde dann vermutlich wieder ein großer Förderungstopf benötigt werden …</p><p><i>Hinweis: Der Text ist zuerst im Substack-Newsletter der Autorin erschienen. </i></p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/der-ai-slop-von-pierre-huyghe-wie-liminals-unabsichtlich-die-diskussion-um-ai-kunst-veraendern-koennte/">Der AI Slop von Pierre Huyghe: Wie „Liminals“ unabsichtlich die Diskussion um AI-Kunst verändern könnte</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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		<title>Critic’s Picks: Art Düsseldorf</title>
		<link>https://ato.vision/magazine/critics-picks-art-duesseldorf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anika Meier]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Apr 2025 11:21:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Angenehmer als die Art Basel: Anika Meier hat sich vergangene Woche auf der Art Düsseldorf umgesehen und berichtet, was es in den Kojen des Kunstsupermarkts zu entdecken gab, was hängengeblieben ist und welches Sofa wohl am bequemsten war.<br />
Lesezeit: 6 Minuten</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/critics-picks-art-duesseldorf/">Critic’s Picks: Art Düsseldorf</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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									<p>Ich muss sagen, der Flurfunk auf der Art Düsseldorf funktioniert, so mein Eindruck, gut: Von einigen Besucher*innen hörte ich, dass sie wiederum gehört haben, dass Sammler*innen die Art Basel im Juni auslassen würden, da es auf der Art Düsseldorf angenehmer sei und es dann ja auch erst einmal reichen würde mit Messen. Die Art Düsseldorf sei nicht so überlaufen, viel übersichtlicher, ja, gar familiär, erzählte man sich. <span style="font-weight: 400;">Die Art Basel werde ich nicht auslassen, weil es schon <em>fun</em> ist, so kurz vor den Sommerferien noch einmal alle wiederzusehen. Aber die Grundidee leuchtet mir natürlich ein.</span></p><p>Kunstmessen haben oft etwas von einem Kunstsupermarkt. Statt Regalen gibt es Kojen, die alle so gleich aussehen wie Regale im Lebensmittelgeschäft. Auf der Art Düsseldorf gab es dieses Jahr wieder kuratierte Sektionen, die es den Galerien wiederum leichter gemacht haben, ihre Koje zu kuratieren: Die Themen waren unter anderem „Love is the Answer“ und „Liminal State“. </p><p><b>Esra Gülmen bei Judith Andreae</b></p><p>Die Booth der Galerie Judith Andreae (Bonn) von Esra Gülmen stand unter dem Thema „Love is the Answer“. Es war wohl die am meisten fotografierte und besuchte Einzelausstellung auf der Messe, dicht gefolgt von Alicja Kwade, präsentiert von gleich zwei Schwergewichten mit Pace und Mennour. Teilweise fühlte man sich aufgrund des großen Andrangs wie bei einer Blockbuster-Ausstellung in einem Museum. Man kann hier auch guten Gewissens das Wort Einzelausstellung in den Mund nehmen, denn der Stand war bis ins Detail durchkuratiert. </p><p>Esra Gülmen wurde 1986 in Istanbul geboren, lebt seit vielen Jahren in Berlin, ist aber auch regelmäßig zu Besuch in der Türkei. Das spiegelt sich in ihrer Kunst wider, in der sie beide Kulturen aufeinandertreffen lässt. Was auf den ersten Blick vielleicht etwas zu unbedarft nach einer Millennial-Instagram-Ästhetik (Pastellfarben, Minimalismus, Authentizität und inspirierende Zitate) aussieht, ist es nicht, erklärt aber die starke Anziehungskraft von Esra Gülmens Kunst. Sie zeigt Nippel, Küsse, Regenbogen und Gedichte, die in ihren Mosaiken analog verpixelt aussehen und dadurch wie zensiert wirken. Sie erinnert ihre Generation und die nachfolgenden an ihre Selbstbezogenheit; auf einem Grabstein steht die Frage WHAT WILL PEOPLE THINK? Und auf je einer Seite einer knallroten Wippe steht geschrieben: I’M SO IN LOVE. I NEED MY SPACE. Und auf der Rückseite des Standes hängen zwei kleine Gemälde nebeneinander: <i>Schadenfreude</i> (in pinken Buchstaben) trifft auf <i>Weltschmerz</i> (in schwarzen Buchstaben). Gülmen fängt spielerisch die Leichtigkeit und Schwere emotionaler Erfahrungen ein, die oft nur noch in Textform über Smartphones geteilt werden.</p>								</div>
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									<p>© Jonas Lund, <em>Network Maintenance #2</em>, PLA, custom hardware, software, 2025. Courtesy of the artist and Office Impart. Foto: Anika Meier</p>								</div>
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									<p><b>Jonas Lund bei Office Impart </b></p>
<p>Endlich ein paar Knöpfe drücken, mag man sich beim Anblick der Werke von Jonas Lund am Stand von Office Impart denken. Die Berliner Galerie ist auf digitale Kunst spezialisiert und präsentierte neben dem schwedischen Künstler Jonas Lund in Düsseldorf u. a. Constant Dullaart, Crosslucid und Jan Robert Leegte, also frühe Netzkunst, Post-Internet Art und AI. </p>
<p>Lund befasst sich seit über einem Jahrzehnt mit der Frage nach Werten, Marktmechanismen und der Funktionsweise von Netzwerken. Seine neue Serie Network Maintenance (2025) funktioniert wie ein Tamagotchi. Man muss sich ständig darum kümmern und Knöpfe drücken. Allerdings wird man damit nicht alleine gelassen bzw. man ist in ein Netzwerk eingebunden, d.h., das eigene Handeln hat Auswirkungen. Man könnte auch sagen, Jonas Lund erinnert an die Verstrickungen des Kunstmarktes: Wenn man einmal ein Werk eines Künstlers erworben hat, muss man sich als Sammler darum kümmern, damit es nicht seinen Wert verliert. Und man ist dabei auf die Mithilfe anderer Player auf dem Markt angewiesen.<br /><br /></p>								</div>
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									<p>© Bunny Rogers, <em>Threes Ghosts</em>, Fine Art Print on Hahnemühle PhotoRag Ultrasmooth 305g, 2020 und Marianna Simnett, <em>Amphitrite</em>, Bronze, velvet, 2024. <br />Courtesy of the artist and Société. Foto: Anika Meier</p>								</div>
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									<p><b>Bunny Rogers und Marianna Simnett bei Société </b></p>
<p>Am Stand von Société (Berlin) konnte man schnell merken, dass Zettel doch nicht ganz so verkehrt sind. Ich glaube, den Stand habe ich dreimal umrundet, bis ich endlich verstanden habe, dass man einen etwas versteckt angebrachten QR-Code scannen muss, um Informationen zu bekommen: Wer ist ausgestellt? Was ist ausgestellt? <br /><br />Es war wohl die insgesamt eleganteste Präsentation auf der Art Düsseldorf, was sicherlich maßgeblich an den schwarzen Wänden und den Werken von Bunny Rogers und Marianna Simnett (eine silberne Krone, sanft auf einem Kissen auf einem Sockel platziert) gelegen hat – insgesamt waren 6 Künstler*innen Teil des Standes von Société. Auf Instagram habe ich, während ich an meinem Text geschrieben habe, gesehen, dass <i>Three Ghosts</i> (2020) von Bunny Rogers offenbar von der Kunstsammlung NRW erworben worden ist. Susanne Gaensheimer, die Direktorin der Institution, hat gepostet, dass sie sich über die Neuerwerbung freue, denn es sei ein wichtiger Schritt auf ihrem Weg zu mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Sammlung. (<a href="https://www.monopol-magazin.de/kunstsammlung-nrw-und-freunde-des-kunstpalastes-mit-art-duesseldorf-ankaeufen">Monopol hat die Neuerwerbung mittlerweile bestätigt.</a>) Bei dem Werk handelt es sich um ein Selbstporträt der Künstlerin in Form eines Avatars, inspiriert von der Jeanne d&#8217;Arc-Figur aus der MTV-Serie Clone High, erfährt man aus dem Text dazu. Es geht ihr um die Auseinandersetzung mit adoleszenter Angst, Gewalt und Verlangen. <br /><br /></p>								</div>
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									<p style="text-align: center;">©  Bianca Kennedy, <em>Angers</em>, single-channel video installation, 2024. Courtesy of the artist and Galerie Krinzinger. Foto: Anika Meier</p>								</div>
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									<p><b><em>Angers</em> (2024) von Bianca Kennedy bei Galerie Krinzinger</b></p><p>Ich gebe zu, bei diesem Werk bin ich etwas voreingenommen. Im positivsten Sinne, denn <i>Angers</i> von Bianca Kennedy war Teil der von mir co-kuratierten (mit Leah Schrager und Margaret Murphy) Ausstellung <i>The Second-Guess: Body Anxiety in the Age of AI</i>, die Anfang des Jahres online beim Haus der Elektronischen Künste Basel zu sehen war. </p><p>Die Ausstellung warf einen Blick zurück auf die Geschichte der Beziehung zwischen Mensch und Technologie und zeigte, wie sich der Kampf gegen Zensur in sozialen Netzwerken zu einem Kampf gegen Deepfakes im Zeitalter Künstlicher Intelligenz entwickelt hat. Seitdem das eigene Bild im Internet auffindbar ist, stellen sich Fragen der Einwilligung erneut mit Nachdruck. Aber auch der Kampf um Emotionen scheint mit der zweiten Amtsperiode von Trump einen neuen Höhepunkt erreicht zu haben. Bullshitten, Hass, Ablenkung und Aufregung sind Strategie. Jede Art von Reaktion darauf scheint recht zu sein, Hauptsache maximal emotional. </p><p>Bianca Kennedys <i>Angers</i> und der extreme Fokus auf weibliche Emotionen wirken da wie ein Befreiungsschlag. Female Rage wird oft immer noch kleingeredet oder als grundlos abgetan. Man muss nur an die Aussage von Taylor Swift denken: „A man is allowed to react. A woman can only overreact.“ <i>Angers</i> zeigt Ausschnitte aus Hollywood-Filmen. Man möchte am liebsten mitschreien. </p>								</div>
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									<p style="text-align: center;">© Simon Fujiwara, <em>Once Upon a Who?</em>, 2021, single-channel video installation, sofa, three stools, color, sound. Courtesy of the artist and Julia Stoschek Foundation. Foto: Anika Meier</p>								</div>
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									<p><b>Simon Fujiwara bei Julia Stoschek Foundation</b></p>
<p>Mehrmals bin ich am Stand der Julia Stoschek Foundation vorbeigelaufen, in der Hoffnung, auch einmal auf der Couch sitzend das Video<i> Once Upon a Who?</i> (2021) von Simon Fujiwara sehen zu können. Doch immer saßen dort eine braunhaarige Frau und ein blonder Mann. Vielleicht gehörten sie zur Installation? Ein kurzer Blick auf Instagram, nein, die beiden saßen offenbar einfach nur sehr lange dort. Im Video führt Fujiwara den Charakter Who the Baer ein, einen gezeichneten Bären, und reflektiert, wie Identität in einer von Bildern geprägten Gesellschaft geformt wird.</p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/critics-picks-art-duesseldorf/">Critic’s Picks: Art Düsseldorf</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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