Gretchen Bender bei Sprüth Magers
Top Ten Grossing Films of 1988: Die Hard, 1989
Gretchen Bender kennen immer noch viel zu Wenige. Umso toller, dass Sprüth Magers die 2004 verstorbene Amerikanerin prominent auf der Messe platziert. Auf dem zerknüllten Acryl, wie ein weggeworfenes Taschentuch, leuchtet nun der Filmtitel „Die Hard“, der 1988 zu den zehn Filmen gehörte, die am meisten Umsatz eingespielt haben.
Gretchen Bender, Top Ten Grossing Films of 1988: Die Hard, 1989, Sprüth Magers. Foto: Laura Helena Wurth
Alvaro Urbano bei Marian Goodman
Noches en los jardines de Espana, 2025
In einer Umgebung, die auf Schönheit, auf der Präsentation von Reichtum und dem Geld, das bitte möglichst schnell den Besitzer wechseln soll, ausgerichtet ist, sind die verfaulten Orangen, die da auf dem leberwurstfarbenen Boden des Grand Palais liegen, ein kurzer Moment der Irritation. Die Beton-Orangen faulen jedoch nicht. Sie sind angemalt und somit wieder sammler*innenfreundlich.
Alvaro Urbano, Noches en los jardines de Espana, 2025, Marian Goodman. Foto: Laura Helena Wurth
Simone Fattal bei Balice Hertling
D’Après Goya VIII, 2025
Simone Fattal hat Bilder von Goya ausgedruckt und übermalt. Man sieht noch den Schafskopf, wie er etwas verzweifelt aus der Farbschicht herausblickt. Einerseits ist es das, was Kinder an verregneten Nachmittagen machen, wenn sie Magazinbilder übermalen. Andererseits ist es eine radikale Geste, sich als Künstlerin in die Geschichte der Kunst einzuschreiben. Auf dieser Messe, bei der sich auffällig viele nicht mehr ganz so zeitgenössische Altmeister und Picassos tummeln, scheint es ein noch passenderer Kommentar.
Simone Fattal, D’Après Goya VIII, 2025, Balice Hertling. Fotos: Laura Helena Wurth
Mohamad Abdouni bei Marfa Projects
Boyhood, 2025
Eine Unterhose aus Keramik zerknüllt auf dem Boden. Ein Alltagsmoment voller Nähe, Körperlichkeit und Wärme. Vielleicht auch der Verweis auf die Nacktheit des nun unterhosenlosen Körpers. Inmitten des Schauens und der um Aufmerksamkeit buhlenden Kunstwerke ist es ein kurzer, ein weicher Moment. Es scheint absurd, dass der Rubens bei Gagosian weniger Eindruck hinterlässt, als die Keramikunterhose bei Marfa Projects. Aber so ist es.
Mohamad Abdouni, Boyhood, 2025, Marfa Projects. Foto: Laura Helena Wurth

