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	<title>Cem A. und Helena Kühnemann, Autor bei Crisp Magazin</title>
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		<title>Polka-Dot als PsyOp: Hausgemachte Destabilisierung zwischen Herd und Kunstproduktion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Cem A. und Helena Kühnemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Feb 2026 09:46:47 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Was Tradwife-Ästhetik mit „Deskilling“ in der Kunst zu tun hat und warum das verdächtig ist – eine neue Meme-Kolumne von Helena Kühnemann.<br />
Lesezeit: 2 Minuten</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/polka-dot-als-psyop/">Polka-Dot als PsyOp: Hausgemachte Destabilisierung zwischen Herd und Kunstproduktion</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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									<p>Nara Smith, eine Frankfurterin in den USA (die vermutlich schlechteste Kurzbeschreibung für eine der bekanntesten mormonischen Tradwives auf Social Media), inszeniert eine altmodische Häuslichkeit: Polka-Dot-Kleid, 50er-Jahre-Küche, Herd als Sehnsuchtsort. </p><p>Ihre Marke besteht darin, Dinge von Grund auf selbst herzustellen – making ice cream <em>from scratch.</em> Sie steht für Reduktion und Ursprünglichkeit: eine Sehnsucht und ein ästhetisches Versprechen in schnellen, krisenhaften Zeiten.</p><p>Sie ist damit Sinnbild eines zentralen Widerspruchs der Tradwife-Ästhetik: ein aus heutiger Sicht rückständiges Frauenbild – Frau + Familie + Küche als Lebensaufgabe – und gleichzeitig die Realität einer hochprofessionellen Unternehmerin mit Millionenpublikum, die vermutlich mehr verdient als ihr Mann, der als „Provider“ inszeniert wird. </p><p>Eine Prise homegrown Meersalz, eine Prise Destabilisierung von unseren vermeintlich politischen Fortschritten, wie zum Beispiel die Befreiung der Frau.</p><p><i>Politische Einflussnahme – etwas Abstraktes, Großes, Bedrohliches – als DIY-Rezept?</i></p><p><span style="font-weight: 400;">Das Meme spielt ironisch mit der aktuellen Paranoia um PsyOps. Wer wie ich nicht wusste, was das heißt: Das ist die Kurzform für psychologische Operationen, also gezielte Maßnahmen, um Wahrnehmung, Gefühle, Meinungen und Verhalten von Menschen zu beeinflussen, ohne dabei offen mit Gewalt oder Zwang zu arbeiten. Stattdessen geht es um Narrative, Bilder, Symbole, Wiederholungen. Einflussnahme beginnt nicht bei der Botschaft, sondern bei der Ästhetik. Nicht bei der Meinung, sondern beim Gefühl von Ursprünglichkeit. </span></p><p><span style="font-weight: 400;">„De-skilled“ – der Verlust von Fähigkeiten – klingt zunächst nach Verarmung. Nach Abbau, nach Vereinfachung. Doch vielleicht liegt gerade darin eine Verschiebung: Die Reduktion selbst wird zur Technik. Um damit den Bogen zur Kunstproduktion zu schlagen: Das Meme, das diese Ästhetik kommentiert, misstraut dieser Unschuld. Es behauptet: Auch die Reduktion ist inszeniert. </span></p><p><span style="font-weight: 400;">Vielleicht liegt hier die eigentliche Pointe: In einer Gegenwart, in der alles politisch lesbar geworden ist, erscheinen weder das Kochen noch das politische Kunstmachen als bloßer Rückzug oder unschuldige Vereinfachung. Selbst die Entscheidung für Einfachheit ist bereits eine Positionierung. </span><span style="font-weight: 400;">Damit ist Reduktion nicht Gegenentwurf zur Manipulation, sondern ihre eleganteste Form.</span></p>								</div>
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		<title>Who are we, when we talk about art?</title>
		<link>https://ato.vision/magazine/who-are-we-when-we-talk-about-art/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Cem A. und Helena Kühnemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Feb 2023 15:14:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>An dieser Stelle gibt es regelmäßig Memes von unserem Lieblings-Art-Meme-Account Freeze Magazine. Kommentiert werden sie von Helena Kühnemann, Autorin und Künstlerin aus Berlin.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/who-are-we-when-we-talk-about-art/">Who are we, when we talk about art?</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Ein simples Szenario: die Vernissage. Wochenlang arbeitet man auf diesen Tag hin, an dem man seine Arbeiten präsentiert. Im Vorfeld hat man fleißig die Theorien über das Archivieren, den Körper, Metamorphosen oder Ästhetik inhaliert. Im eigenen Kopf macht alles Sinn; die Wahl des Rahmens, der das Bild fasst, die Outfits der Performenden, der Beamer oder der zerbrochene Röhrenmonitor. Das Medium und der Zusammenhang zur Industrialisierung, zum Patriarchat oder zur Identitätsfrage. Der Ausstellungstext steht, die weißen A4-Blätter, auf Pump Minuten vor der Eröffnung gedruckt, liegen sorgsam geordnet andächtig auf dem Sockel neben der Tür. <br /></span><span style="font-weight: 400;">Der Raum füllt sich. Alle suchen die Bar und bestaunen das Werk. <br /></span><span style="font-weight: 400;">Mit den ehemaligen Kommiliton*innen geht man ins Gespräch, mit den Sammler*innen tritt man in den Austausch. Easy: Die Codes der Kunstwelt lassen sich bedienen, indem man ein bisschen schlau schwafelt und diesen einen Artikel auf e-Flux referiert, den man neulich überflogen hat. Nicht umsonst haben sich die Moleskine-Hefte mit komplexen Mindmaps der eigenen Research-Praxis über die letzten Jahre gefüllt, geschrieben im Sprech der Institutionen. <br /></span><span style="font-weight: 400;">Und dann kommt dieser eine Kumpel, sagen wir „Rob (Robert)“, der einen noch von früher kennt. Er nähert sich an, trägt noch immer dieselben Turnschuhe wie damals, keine Acne x Trippen-Kooperation, die man auf Vinted geshoppt hat.</span></p><p><span style="font-weight: 400;">„Hey und worum geht’s bei deiner Performance?“</span></p><p><span style="font-weight: 400;">Dann schaut man sich im Raum um, und ärgert sich, dass sich der Inhalt nicht von selbst über den Raum vermittelt. Man versucht, die Worte, die doch vorher bei den anderen Leuten aus der Kunst-Peer so gut geflext wurden, im Mund zu überarbeiten. Sieben Jahre Kunststudium, zwanzig besuchte Panels und mindestens zwei Suhrkamp Bücher, die man fast bis zur Hälfte durchgelesen hat, später: Nase hoch. </span></p><p><span style="font-weight: 400;">„Ist doch klar, sprechen die Metamorphosen im Raum nicht zu dir?“</span></p><p><span style="font-weight: 400;">„Jesundheit.“</span></p><p><span style="font-weight: 400;">Die Person schaut einen dabei fragend an, ein leichtes, fast überhebliches Lachen im Mundwinkel. </span></p><p><span style="font-weight: 400;">„Ihr Künstler*innen. Ist ja alles immer so artsy-fartsy.“ </span></p><p><span style="font-weight: 400;">Die Komplexität des Erarbeiteten lässt sich nicht im Heimatdialekt vermitteln. Die Artworld-Personality und die Real-Life-Persona sind nicht kongruent. <br /></span><span style="font-weight: 400;">Ist man nun selbst der oder die Hochstapler*in, oder ist es die Herkunft, die nicht mitgewachsen ist? Ein leichtes Gefühl des Unbehagens bleibt zurück – von der Bredouille, seine Persönlichkeiten vereinen zu müssen. <br /></span><span style="font-weight: 400;">Abends, wenn man nach Hause kommt und sich innerhalb des Rauschs und der Verdrängung alles wieder wie eine gelungene Eröffnung anfühlt, checkt man nochmal kurz sein Social Media. „Rob“ hat ein Like</span> <span style="font-weight: 400;">dagelassen. </span></p>								</div>
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		<title>Kuratieren oder kuratiert werden, das ist hier die Frage</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Cem A. und Helena Kühnemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Dec 2022 12:27:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>An dieser Stelle gibt es regelmäßig Memes von unserem Lieblings-Art-Meme-Account Freeze Magazine. Kommentiert werden sie von Helena Kühnemann, Autorin und Künstlerin aus Berlin.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/kuratieren-oder-kuratiert-werden/">Kuratieren oder kuratiert werden, das ist hier die Frage</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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									<p><span style="font-weight: 400;">A: “Hey, hast du B mir bei einer Aussi zu helfen?”</span><span style="font-weight: 400;"><br /></span><span style="font-weight: 400;">B: “Ja. Lass mal eine Exhi zusammen machen.”</span><span style="font-weight: 400;"><br /></span><span style="font-weight: 400;"><br /></span><span style="font-weight: 400;">Der Trend zu Verniedlichungen “Urli” für Urlaub, “Spatzi” für Spaziergang, “Hungi” für Hunger, usw. schlägt gerade große Wellen. Dabei gibt es verschiedene Modi, in denen man zusammen an einer “Exhi” (Exhibition), wahlweise auch “Aussi” (Ausstellung) genannt, worked. Help out a friend- man wechselt sich ab mit der Position des Kuratierens oder Kuratiertwerdens. Wie hängen also das Arbeiten für sich und das Arbeiten für Andere zusammen? </span></p><p><span style="font-weight: 400;">Hinter der eigenen künstlerischen Arbeit versteckt sich das Versprechen der Autonomie: Selbstverwirklichung, das eigene Ding machen. Das Hobby ist der Beruf. </span><span style="font-weight: 400;"><br /></span><span style="font-weight: 400;">Dabei ist man gefangen in einem double bind, einer Zwickmühle: Arbeit soll einen intrinsisch, also aus sich heraus befriedigen, ist aber gleichzeitig auch abhängig von der Meinung der Anderen, sei es durch den Markt oder die Erwartung des Publikums. Ergo bauen sich Konkurrenzverhältnisse, durch hyper kompetitive Marktstrukturen auf. Die beste Antwort, die ich bisher gegen diesen Markt finden konnte, ist: vernetzen, zusammentun, sich unterstützen, kollektiv arbeiten. Das wäre doch das Ideal: arbeiten mit den eigenen Freund*innen. Work-Life-Fun-Balance finden. Aber wie jede Utopie hat auch diese Idee ihre Schattenseiten.</span><span style="font-weight: 400;"><br /></span><span style="font-weight: 400;">Arbeit mit Freundschaft zu mischen endet gern im Beziehungsstatus: Es ist kompliziert. </span></p><p><span style="font-weight: 400;">Die gemeinsame “Aussi” endet also in einem Verhältnis aus freundschaftlicher Verbindlichkeit und unprofessioneller Unverbindlichkeit. Dazu kommt der Kater nach der “Verni” (Vernissage), eine Menge “oh, die Nachricht kam jetzt erst an” und “hey, ich schick dir die Repros (Ausstellungsdokumentation) dann nächste Woche. Versprochen!” </span><span style="font-weight: 400;"><br /></span><span style="font-weight: 400;">Manche Freund*innenschaften brauchen danach erstmal eine kurze Pause. Anderen genügt es, sich einige Wochen in schweigender Co-Existenz, aka ghosting, zu üben.</span></p><p><span style="font-weight: 400;">Ob man selber ausstellt oder kuratiert, am Ende wartet immer der sprichwörtliche Tritt auf die Harke der Erkenntnis. Warum also nicht kollektiv auf der Harke sliden, bis man unten angekommen ist? Und einem sprichwörtlich die Erkenntnis an den Kopf schlägt, dass man in Beziehungen am besten damit anfängt, an sich selbst zu arbeiten, anstatt die Fehler im Gegenüber zu finden.</span></p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/kuratieren-oder-kuratiert-werden/">Kuratieren oder kuratiert werden, das ist hier die Frage</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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		<title>Keeping up with the Curators: Gossip als legitime Kulturpraxis?</title>
		<link>https://ato.vision/magazine/gossip-als-legitime-kulturpraxis/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Cem A. und Helena Kühnemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Nov 2022 12:32:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>An dieser Stelle gibt es regelmäßig Memes von unserem Lieblings-Art-Meme-Account Freeze Magazine. Kommentiert werden sie von Helena Kühnemann, Autorin und Künstlerin aus Berlin.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/gossip-als-legitime-kulturpraxis/">Keeping up with the Curators: Gossip als legitime Kulturpraxis?</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Gerade in der Kunst ist die Arbeit im besonderem Maße an das Selbstbild geknüpft. Wie bei einem Kartenhaus zieht Kritik an der Arbeit auch Kritik des Selbstwerts mit sich und führt regelmäßig dazu, dass, metaphorisch gesprochen, der Turm in sich zusammenfällt. Die Kunstszene ist fast so etwas, wie ein geschlossener Kreis, eine Bubble. Obwohl alle immer so tun, als ob sie ganz close miteinander sind, ist es gang und gäbe, hinter dem Rücken der Anderen zu lästern. Die Gemeinschaft verbindet unter anderem eines: Gemeinheit. Menschen aus der Bubble verbringen ihre kostbare Lebenszeit damit, Informationen zu sammeln, um dann übereinander reden zu können. Menschen außerhalb des Kreises nennen das Tratsch. In der Kunst nennt man das Kritik und sieht darin eine Kulturpraxis. Im Mittelalter war der Begriff &#8222;Gossip&#8220; noch mit dem Wort &#8222;Freund&#8220; gleichzusetzen. Es handelt sich dabei um eine immaterielle, unsichtbare Kommunikationspraxis, die sich auch immer als eine Art Gegennarrativ zum Mainstream verhalten will.</span><span style="font-weight: 400;"><br /></span> <span style="font-weight: 400;">Erst seit der Neuzeit kam die abwertende Konnotation dazu. Das Absurde ist doch, dass die negative Assoziation von Gossip vor allem im Kontext von FLINTA* Personen gelesen wird. Im Aufwachsen lernt man, dass von ‚Keeping Up With …‘ bis zu den ‚Desperate Housewives‘ die Protagonist*innen des &#8222;Tratschens&#8220; weiblich gelesen sind.</span><span style="font-weight: 400;"><br /></span><span style="font-weight: 400;">Dabei ist die Abwertung des Begriffs auch eine Untergrabung von gemeinschaftlich geschaffenen Infrastrukturen. Gerade Subkulturen haben sich dieses ‚Counter-Narrativ‘ als eine Art emanzipatorisches Element geschaffen, um Systeme in Frage zu stellen, in denen sich sichtbare Ordnungen manifestiert haben. Ja, Gossip schafft sogar Gemeinschaft, die das Potential hat, diese bestehenden Systeme zu unterwandern. Im digitalen Zeitalter ist der Gossip, gelegentlich als Shitstorm auftretend, ein wichtiges, gesellschaftliches Tool der Kritik und des Hinterfragens von Öffentlichkeit geworden. Dennoch muss man zwischen der erfragten Meinung und dem unwiderstehlichen Drang der Bubble unterscheiden, die eigenen Meinungen sprichwörtlich aus sich heraus platzen zu lassen. Denn ein Satz, der nach dem Komma mit einem „aber“ beginnt, kann wohl nichts Gutes wollen. Oder?</span></p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/gossip-als-legitime-kulturpraxis/">Keeping up with the Curators: Gossip als legitime Kulturpraxis?</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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		<title>Ein Burn-Out wartet hinter jeder Ecke</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Cem A. und Helena Kühnemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Sep 2022 12:37:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>An dieser Stelle gibt es regelmäßig Memes von unserem Lieblings-Art-Meme-Account Freeze Magazine. Kommentiert werden sie von Helena Kühnemann, Autorin und Künstlerin aus Berlin.</p>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Ich habe gerade mein Kunststudium abgeschlossen. Verglichen mit anderen Studiengängen lässt so ein Kunststudium die Regelstudienzeit wie ein überholtes Gesetz und Hausarbeiten wie eine Bürde der Frechheit aussehen lassen. Was habe ich dort eigentlich gelernt? Wir haben vor allem viel nachgedacht. Über Foto-Rahmen, Ace-Paintings,  also Malereien, die mindestens so kryptisch sind wie Sneaker, Cyborg-Theorien und die Wirkung von Stühlen im Raum.<br /></span><span style="font-weight: 400;">Daraus soll ich nun etwas machen, das entweder den Markt oder den Diskurs-Markt bedient. Dafür müsste ich ein eigenes, persönliches Thema mit gesellschaftlich- und politisch aktuellen Kontexten aufladen. Das soll dann wiederum in die große Öffentlichkeit getragen werden, um Persönliches anzustoßen. Ich bin also gleichzeitig Produzentin, indem ich Inhalte schaffe und Konsumentin, indem ich das, was ich herstelle, mir selber reinziehe. Das macht mich zu einer sogenannte Prosumer*in. Der Begriff klingt wie ein Cyborg-Charakter und beschreibt die kreative Verwertungsindustrie, in der es keine Grenze mehr zwischen Privatem und Öffentlichkeit gibt. Dabei unterwirft sich alles irgendwie “der Arbeit”, mit dem Ziel “Erfolg” in Form von “Anerkennung” zu bekommen und sich “wertvoll” zu fühlen. Die Dichte an Anführungsszeichen schreit förmlich nach einem Zynismus, der nicht anders kann, als die Arbeitsökonomie zu kritisiere</span><span style="font-weight: 400;">n, während er sie reproduziert. <br /></span><span style="font-weight: 400;">Die Vorstellungen einer </span><i><span style="font-weight: 400;">Karriere</span></i><span style="font-weight: 400;"> als Laufbahn, in der ich eine bestimmte Menge an Fertigkeiten erwerben muss, um die Karriereleiter empor zu klettern, hat sich in die Idee von Arbeit als eine Aneinanderreihung von Projekten umgewandelt.<br /></span></p><p><span style="font-weight: 400;">Also zurück zum Anfang; dem Ende; dem Abschluss: die große Reue, der Wunsch nach einem “normalen” Studiengang, der einem eine eindeutige Perspektive gibt.<br /></span><span style="font-weight: 400;">Schaut man sich diesen Arbeitsmarkt an, also über den kreativen Teil hinaus, </span><span style="font-weight: 400;">sind diese kreativen Institutionen vielleicht gar nicht so eine aussichtslose Schmiede. Sie lehren von den Bedürfnissen der Gesellschaft nach Affekt-Befriedigung, Performanz, Kreativität, Flexibilität und Kommunikation. Wir werden in unseren Soft Skills geschult, werden kulturalisiert, sensibilisiert und für Diskurse geöffnet. So habe ich doch „marktgängige Qualitäten“ gelernt, auch wenn die Benennung und Messbarkeit dieser lange nicht so eindeutig sind. <br /></span><span style="font-weight: 400;">Das Burn-Out wartet vermutlich in allen Bereichen der Gesellschaft auf uns, wenn wir nicht einen Weg finden, das mit “der Arbeit” und “der Anerkennung” anders zu lösen.<br /></span><span style="font-weight: 400;">Dafür muss man nicht erst Jura studieren.</span></p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/ein-burn-out-wartet-hinter-jeder-ecke/">Ein Burn-Out wartet hinter jeder Ecke</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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		<title>Die Kunst des Kunst-Erklärens</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Cem A. und Helena Kühnemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Jul 2022 16:12:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>An dieser Stelle gibt es regelmäßig Memes von unserem Lieblings-Art-Meme-Account Freeze Magazine. Kommentiert werden sie von Helena Kühnemann, Autorin und Künstlerin aus Berlin.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/die-kunst-des-kunst-erklaerens/">Die Kunst des Kunst-Erklärens</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Heute geht es um die Rolle vom </span><i><span style="font-weight: 400;">Erklären </span></i><span style="font-weight: 400;">im Kunst-Kontext. In der modernen Kunst scheint es extrem wichtig geworden zu sein, die eigenen Werke ausführlichst zu erklären. In manchen Ausstellungen bekommt man sogar den Eindruck, dass die Erklärung, Meinung und Haltung des:der Kunstschaffenden wichtiger als die Kunst selber geworden ist. Wir befinden uns nämlich im Century of Concept. Heute geht es um den konzeptuellen Hinterbau, die Theory, die Artistic Research. </span></p><p><span style="font-weight: 400;">Wie funktionieren eigentlich gegenwärtige Ausstellungsbeschreibungen? Aufwendige </span><i><span style="font-weight: 400;">Vermittlungsprogramme </span></i><span style="font-weight: 400;">sind eh out, also geht’s zurück zum guten, alten Text. Der hängt dann am Eingang, oder wird auf Umweltpapier im Raum verteilt. Wenn es ein Budget gibt, reicht es auch manchmal für ein fancy</span> <span style="font-weight: 400;">Ausstellungsheft oder eine </span><i><span style="font-weight: 400;">Publikation. </span></i><span style="font-weight: 400;">Es gibt ein Rezept für Ausstellungstexte, das man ganz einfach befolgen kann. Hier kommt der Key</span> <span style="font-weight: 400;">zu jeder guten Ausstellungsbeschreibung:</span></p><p style="padding-left: 40px;"><span style="font-weight: 400;"><br /></span><span style="font-weight: 400;">I Man ist einfach charming und schreibt aus dem Bauch heraus. Am besten innerhalb des akademischen Viertels schreiben, schnell eine PDF draus machen. Fertig. Darf auch poetisch sein. </span></p><p style="padding-left: 40px;"><span style="font-weight: 400;">II Theorie flexen ist wie die Einordnung eines Selbst zum Avantgarde-Gelehrten. Was immer geht: Deleuze zitieren. Damit fühlt sich garantiert der Großteil des Publikums ein Level dümmer und man kann gezielt aussieben, mit wem man auf demselben geistigen eye Level spielen kann. Das gilt noch immer als trés chic. Dafür kann man auch einen anderen weißen Denker (no gendering needed) des letzten Jahrhunderts nehmen. Einfach Foucault, Derrida, Lacan, Guatarri, oder Zizek für die Arbeiten sprechen lassen. Wichtig: 80% Zitat, 20% selber denken.</span></p><p style="padding-left: 40px;"><span style="font-weight: 400;">III Oder man wird einfach Maler*in. Dann kann einfach die Kunst das Sprechen für einen übernehmen.</span></p>								</div>
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		<title>Das große Geld</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Cem A. und Helena Kühnemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jun 2022 07:46:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>An dieser Stelle gibt es regelmäßig Memes von Cem A., Künstler und Kurator. Derzeit arbeitet er für die documenta fünfzehn als kuratorischer Assistent und leitet unseren liebsten Kunst-Meme-Instagramaccount @freeze_magazine.<br />
Kommentiert werden die ausgewählten Memes von Helena Kühnemann, Autorin und Künstlerin aus Berlin.</p>
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									<p><span style="font-weight: 400;">A: „1000 Euro Gehalt für 6 Monate arbeiten ist doch eigentlich ein guter Deal. Oder?“ </span></p><p><span style="font-weight: 400;">B: „Immerhin wurden die 300 Euro Materialkosten übernommen.“</span></p><p><span style="font-weight: 400;">Wenn man in die Kunst reingeht, muss man mit Askese rechnen, nicht mit Geld. Das ist nichts Neues. Nur 5 % der Kunststudium-Absolvent*innen können tatsächlich auch von ihrer Kunst Leben, wie eine <span style="text-decoration: underline;"><span style="color: #000000; text-decoration: underline;"><a style="color: #000000; text-decoration: underline;" href="https://www.zeit.de/2010/13/C-Kunst-Marketing/seite-2">Studie in der ZEIT</a></span></span> zeigt.</span><span style="font-weight: 400;"> </span><span style="font-weight: 400;">Nur jede*r 10. Künstler*in kann von ihrer Kunst leben, stellt eine repräsentative <span style="text-decoration: underline;"><span style="color: #000000; text-decoration: underline;"><a style="color: #000000; text-decoration: underline;" href="https://www.handelsblatt.com/arts_und_style/kunstmarkt/berlin-nur-jeder-zehnte-kuenstler-kann-von-kunst-leben/21209780.html">Studie der Berufsverband Bildender Künstler*innen Berlin</a></span></span> fest, einer Stadt, in der immerhin 8000 professionelle Kunstschaffende tätig sind.</span></p><p><span style="font-weight: 400;">Viele in der </span><i><span style="font-weight: 400;">Peer</span></i><span style="font-weight: 400;"> sind zum Glück einfach reich geboren oder haben Familien, die sie unterstützen. Viele der Anderen werden staatlich unterstützt, finden ihre*n persönliche*n Mäzen bzw. Mäzenin oder halten sich mit schnöder Lohnarbeit oder anderweitigen Tätigkeiten des Geldverdienstes über Wasser. Alle bewerben sich auf Ausschreibungen, Wettbewerbe, Stipendien. Deswegen arbeiten ja alle eh, ständig.</span></p><p><span style="font-weight: 400;">Aber was ist schon das bisschen Kreativpräkeriat gegen eine gute Erfahrung? Immerhin haben wir das Privileg, uns selbst zu verwirklichen. Zwinker.</span></p><p><span style="font-weight: 400;">A: „Sorry, I have work to do.“ </span></p><p><span style="font-weight: 400;">B: „Ich auch.“</span></p>								</div>
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