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	<title>Helena Kühnemann, Autor bei Crisp Magazin</title>
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	<description>Junges, kritisches Kunstmagazin – herausgegeben von ato</description>
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	<title>Helena Kühnemann, Autor bei Crisp Magazin</title>
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		<title>Kunst und die Frage nach der Care-Arbeit</title>
		<link>https://ato.vision/magazine/kunst-und-die-frage-nach-der-care-arbeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Helena Kühnemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Oct 2025 11:35:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Sorgen, pflegen, schützen – Helena Kühnemann geht dem Verhältnis von Care-Arbeit und Care-Kunst auf die Spur und fragt sich, worum wir uns eigentlich kümmern.<br />
Lesezeit: 2 Minuten</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/kunst-und-die-frage-nach-der-care-arbeit/">Kunst und die Frage nach der Care-Arbeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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									<p>Care-Arbeit sichtbar zu machen, lässt sich als eine von vielen sozial- und gesellschaftskritischen Tendenzen der letzten Jahre im Kunstbetrieb beobachten. Der englische Begriff hat in der deutschen Übersetzung viele Gesichter: „Care“ reicht auf dem sorgenden Spektrum von Kummer bis Besorgnis. „Care“ steht für eine bewusste Wahrnehmung, Sorgfalt und Aufmerksamkeit. „Care“ als Kümmern beinhaltet Schutz, Pflege und Anteilnahme. Der Begriff hat viele Facetten, ihnen allen liegt jedoch eine Haltung zugrunde, der Verantwortlichkeit als fürsorgliche Praxis entgegenzutreten. <br /><br /><strong>I care, you care, we all care.<br /><br /></strong>Wie die vielen Arbeiten, die primär von weiblichen Personen ausgeführt werden, geschieht „Care“ häufig immateriell, also schwer messbar. „Care“ wird als gegeben und selbstverständlich angesehen, sind wir doch seit Jahrhunderten so sozialisiert worden, dass sich das unsichtbare <i>caren</i> in unsere DNA eingeprägt hat. Dass dieses System unfair ist und Care-Arbeit besser (oder überhaupt) bezahlt werden sollte, haben in der Theorie inzwischen die meisten (hoffentlich) kapiert. Von der Geschlechter(un!)gerechtigkeit und den anderen Rattenschwänzen des Themas ganz zu schweigen.</p><p>In der Praxis stellt die Kunst „Care“ aus. Fragen nach Missständen, strukturellen Problemen und dem Care-Begriff als innovative Praxis werden so verhandelt. Die Ausstellungen locken uns an; von „Care“ sind wir alle betroffen, weil wir sie selbst ausüben oder eben davon profitieren. Also gehen wir weiterhin „Care“-Kunst gucken, because we care about care, right?</p>								</div>
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		<title>Zur Dialektik von Kopf und Herz</title>
		<link>https://ato.vision/magazine/zur-dialektik-von-kopf-und-herz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Helena Kühnemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Nov 2024 16:21:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Herz gegen Kopf, Verstand gegen Gefühl.<br />
Helena Kühnemann begibt sich in den Abgrund der Binarität – mit erstaunlich soften Ergebnissen.</p>
<p>Lesedauer: 2 min</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/zur-dialektik-von-kopf-und-herz/">Zur Dialektik von Kopf und Herz</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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									<p>Schon beim Schreiben der Überschrift hat es sich leicht in mir zusammengezogen, da ich mit diesem Text das Klischee der Dialektik schlechthin öffne: Kopf vs. Herz, Verstand vs. Schmerz, Kalkül vs. Gefühl und so weiter. Spätestens seit dem Zeitalter der Aufklärung haben Menschen gelernt, ihren Verstand sehr ernst zu nehmen. </p><p>Bis vor einigen Jahren herrschte noch das Klischee des emotionalen Künstlers vor. Heute bestimmen Theorie und Wissenschaftsdiskurs viele Bereiche der Kunst. Typischerweise werden jegliche Themen in der Kunst durch abstrakte Meta-Texte aufgeladen. Manchmal habe ich das Gefühl (ha!), dass das die Kunst ganz schön verkopft. Als würden die Menschen den Zugang zu ihrer Intuition verlieren. Wir werden darauf konditioniert, Ausstellungen mehr mit dem Verstand als mit dem Gefühl wahrzunehmen. </p><p>Versteht mich nicht falsch – ich bin nicht für ein Verwischen von Wahrheit und Rationalität durch Gefühle. Jedoch lässt der Versuch, alles mit dem Verstand begreifen zu wollen, den wichtigen Faktor Mensch außen vor: seine Fehlbarkeit, seine Neigung danach, Bedürfnisse zu befriedigen, sein Wunsch danach, einfache Lösungen für komplexe Fragen zu finden (wie es auch der Populismus der neuen Rechten suggeriert). Die Frage nach der Evaluierung einer Ausstellung impliziert also meistens, dass man jetzt etwas Schlaues sagen sollte. Geben wir jedoch nur dem Denkapparat im Oberstübchen Raum, riskieren wir vor allem eins: Wir werden herzlos.</p>								</div>
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		<title>Later, Baby! Über den Mythos vom späten Erfolg</title>
		<link>https://ato.vision/magazine/later-baby/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Helena Kühnemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Jul 2024 09:55:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Helena Kühnemann sucht tröstliche Worte: Der steinige Weg der Kunstkarriere ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Oder so ähnlich.<br />
Lesedauer: 2 min</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/later-baby/">Later, Baby! Über den Mythos vom späten Erfolg</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Kunstproduktion ist hart, wenn man nicht reich ist. Der Brotjob für den Großteil der Kunstschaffenden: Fördergeldern, Galerist*innen und Sammler*innen hinterherrennen, mit Lohnarbeit die Miete stemmen und nebenbei noch Zeit für die Kunstproduktion finden. Ein Schritt vor und fünf zurück. <br /><br /></span><span style="font-weight: 400;">Wenn man sich dann nach der siebten Residenz-Absage wieder auf dem ungemütlichen Atelierhocker befindet, den man eigentlich schon letzten Sommer auswechseln wollte, erschlagen von der nächsten Niederlage, braucht man vor allem eines: Trost, ein fröhliches Manifestationsmantra oder einen guten Freund wie Brad Pitt, der einem Zuspruch ins Ohr flüstert: </span><span style="font-weight: 400;">„Die ersten 80 Jahre deiner Karriere sind immer die schwersten.&#8220;<br /><br /></span><span style="font-weight: 400;">In einem zarten Anflug der Selbstumarmung visioniert man dann die Vorstellung der eigenen Kunstkarriere. Wo man eigentlich hinwollte, welche Kunstschaffenden-Karrieren einem dafür Vorbild waren. So schaut man auf die post-mortem Weltstars der bildenden Kunst wie Vincent van Gogh, Frida Kahlo und Jackson Pollock, die erst nach dem Tod durch die Decke gingen. Oder man schaut auf die vielen lokalen Biografien, die sich ihr Leben lang hochgearbeitet haben, sich ihre Position erkämpft, sie verteidigt und gehalten haben. Wenn man hart genug arbeitet, führt das irgendwann zum Erfolg. Das sagt man doch so im Spätkapitalismus. Der Mythos vom späten Erfolg gibt einem Halt.<br /><br /></span><span style="font-weight: 400;">Vielleicht ist in einer Wachstumsgesellschaft das Äquivalent zur Rente in der Kunst die späte Anerkennung innerhalb der Selbstdarstellungsära. So trösten wir uns weiter, indem wir auf ein Später hinarbeiten, das sicher in einer ungefähren Ferne liegt.</span></p>								</div>
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		<title>Ein Plädoyer fürs Neinsagen</title>
		<link>https://ato.vision/magazine/nein-sagen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Helena Kühnemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Feb 2024 12:12:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Junge Kunstschaffende haben bei jeder Anfrage Angst, eine große Chance zu verpassen. Zeit, das Neinsagen wieder zu erlernen, findet unsere Kolumnistin Helena Kühnemann.<br />
Lesedauer: 2 min</p>
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									<p><span style="font-weight: 400;">„Hey, hast du nicht Bock, ein paar deiner Sachen mit auszustellen?“<br /></span><span style="font-weight: 400;">„Hey, für so eine Publikation suchen wir noch dein Künstlerinnen-Statement…“<br />  <br /></span><span style="font-weight: 400;">Man will nicht undankbar sein. Natürlich ist es ehrenwert, wenn Anfragen für Projekte hereinschneien. Eine Ego-Umschmeichelung à la carte. Anerkennung, die einem beweist, dass Leute mit einem arbeiten wollen. Und die Hoffnung auf mehr: Hinter jeder Anfrage versteckt sich eine neue Tür, eine mögliche Chance, die einen weiterbringt. Kontakte, Kontakte, Kontakte. Manchmal ist es Fame, manchmal einfach ehrliches Interesse an der Sache, die einen dazu bringen, immer wieder „Ja“ zu Anfragen zu sagen – obwohl das wage Bauchgefühl und ein sehr realer Terminkalender bereits „Überforderung“ schreien.<br />  <br /></span><span style="font-weight: 400;">Es ist schwierig, für sich einzustehen und Projekte abzusagen. Wir sind so sozialisiert, dass Absagen häufig negativ konnotiert sind. Es kann als arrogant, vermessen und wichtigtuerisch gelten, Projekte abzulehnen. Neben der möglichen Enttäuschung oder Verärgerung schließt man sich zum anderen selbst eine Tür, ist man doch meist in der Kunst ein Selbstunternehmen, was zukunftsorientiert arbeiten möchte. Es ist schwierig, auf dieser Grundlage eine Entscheidung zu treffen. Also quält man sich durch die Für und Wider, um am Ende vielen Projekten gleichzeitig zuzusagen, auf die man weder Lust noch Kapazität hat. Bald liegt man dann nächtelang wach, läuft die parallelen Gleise der Projekte ab, To-do-Listen formulierend, bis der Kopf sprichwörtlich vor sich hin raucht.</span></p><p><span style="font-weight: 400;">Stopp.</span></p><p><span style="font-weight: 400;">Wir müssen das Neinsagen wieder lernen. Überarbeitung und Überforderung sind enorme Stressfaktoren für die psychische Gesundheit. Aus der FOMO (Fear of missing out) muss eine JOMO (Joy of missing out) werden. Gezielt Projekte auswählen, in die man investiert, anstatt alles halb und nichts ganz zu machen. Es ist wichtig, auf sich selbst zu achten. Am Ende hat man nichts davon, wenn mit dem (frühen) Erfolg die Ausgebranntheit und die psychische Belastung dazukommen. So wird aus dem Kickstart schnell ein Kickstopp. Im Nein liegt ein Stück weit Selbstermächtigung, und manchmal bewirkt auch ein leerer Platz Wunder.</span></p>								</div>
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		<title>Sorry, aber: Über Wandel in einer Entschuldigungsgesellschaft</title>
		<link>https://ato.vision/magazine/sorry-aber/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Helena Kühnemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Oct 2023 14:23:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>"Sorry seems to be the easiest word" – zumindest in der Kunstwelt. Wie Routine für Trägheit sorgt und somit das progressive Potential von Kunst verspielt.<br />
Lesedauer: 2 min</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/sorry-aber/">Sorry, aber: Über Wandel in einer Entschuldigungsgesellschaft</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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									<p><span style="font-weight: 400; color: #000000;">Gesellschaftlicher Wandel braucht Protest, Aufstand, Sichtbarkeit. Auch die Kunst arbeitet sich regelmäßig an Zukunftsvisionen und progressiven Positionen ab, zur Zeit vielleicht so viel wie noch nie. Durch die Aufmerksamkeit und Debatten, die sie generiert, kann die Kunst eine Zündkerze für den gesellschaftlichen Motor des Wandels sein. Doch was bedeutet das konkret für die Kunstwelt?</span></p><p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Wandel entsteht nicht nur durch einzelne Positionen, Individualisierung und Spezifizierung – Wandel braucht Masse.<br /></span><span style="font-weight: 400;">Ein struktureller Wandel bedeutet allerdings auch, dass Menschen in Machtpositionen wie Kurator*innen, Direktor*innen, große Sammler*innen und Institutionen in der Lage sein müssen, sich selbst zu kritisieren und das System von innen heraus zu ändern. Wandel bedeutet also nicht nur Ermächtigung, sondern auch möglicherweise Machtverlust. </span></span></p><p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">Never change a running system: Routine schafft häufig eine Trägheit, die es schwierig macht, Veränderung zu denken und vor allem in die Praxis umzusetzen.<br /></span><span style="font-weight: 400;">Da geht man doch lieber den gemütlichen Weg. </span></span></p><p><span style="color: #000000;"><span style="font-weight: 400;">„Sorry“, ist die einfache und auch höfliche Variante, nichts zu tun, alles beim Alten zu lassen, sein eigenes Verhalten – unreflektiert – zu entschuldigen. Die Geste der Entschuldigung wird so inflationär genutzt, im Privaten wie im Öffentlichen, dass sie kaum noch dem ehrlichen Eingeständnis eines Fehlers gerecht wird. Ob man zu spät zur Verabredung kommt, weil man zu spät losgegangen ist, oder zu viele weiße Führungspersonen in staatlichen Institutionen an der Spitze hat, folgt der selben Logik: Es finden sich gute Entschuldigungen und Ausreden, alles so zu belassen, wie es ist – und damit sogar immer wieder durchzukommen. <br /></span><span style="font-weight: 400;">„You could say that the reason the art world isn&#8217;t ready to change structurally is because the rest of the world isn&#8217;t going to go with it&#8230; or you could stop making excuses.“ (Zitat von <a style="color: #000000;" href="https://www.instagram.com/gracedevies/?hl=de">Grace DeVies</a>)</span></span></p>								</div>
				</div>
					</div>
				</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/sorry-aber/">Sorry, aber: Über Wandel in einer Entschuldigungsgesellschaft</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Erstes Standbein, zweites Standbein, drittes Standbein</title>
		<link>https://ato.vision/magazine/erstes-standbein-zweites-standbein-drittes-standbein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Helena Kühnemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Aug 2023 13:38:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die meisten Künstler*innen können nicht von ihrer Kunst leben. Unsere Autorin Helena Kühnemann hat sich bei Kunstschaffenden umgehört, welche Arbeiten sie verrichten, um ihre künstlerische Arbeit zu finanzieren.<br />
Lesedauer: 7 min</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/erstes-standbein-zweites-standbein-drittes-standbein/">Erstes Standbein, zweites Standbein, drittes Standbein</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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									<p><span style="font-weight: 400;">„Ich bin traurig und ich habe Angst, weil ich habe kein Geld und weiß nicht, wie ich jemals von meiner Kunst leben soll“, schreibt <span style="text-decoration: underline;"><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000; text-decoration: underline;" href="https://www.nd-aktuell.de/artikel/1150234.airbnb-geld-ohne-arbeit.html">Olga Hohmann in einem Artikel für das nd</a></span></span>. Den meisten Personen, die in meinem Umfeld künstlerisch arbeiten, geht es regelmäßig so. Das Kunststudium weist den konkreten Weg in eine ungewisse Karriere. Ich habe mich gefragt, wie andere Künstler*innen sich das Leben finanzieren und wie sich ihre Jobs zu ihrer Kunst verhalten.</span><span style="font-weight: 400;"><br /></span><span style="font-weight: 400;">Dafür habe ich mit sieben verschiedenen Künstler*innen aus der <span style="text-decoration: underline; color: #000000;"><a style="color: #000000; text-decoration: underline;" href="https://ato.vision/">Kunstagentur ato</a></span> und von außerhalb gesprochen: Paula Abalos, Olga Hohmann, Kilian Kretschmer, Luise Marchand, Jonathan McNaughton, Dennis Ulbrich und Nemanja Sarbajic.</span></p><p><span style="font-weight: 400;">Alle diese Künstler*innen sind in unterschiedlichen Stadien ihres Schaffens. Von Absolvent*innen bis zu bereits etablierten Künstler*innen, die sich seit über einer Dekade auf dem Kunstmarkt bewegen. Niemand von ihnen schafft es, ausschließlich vom Verkauf der Arbeiten zu leben. Sich allein durch den Verkauf von Arbeiten zu finanzieren, ist ein schwieriges Unterfangen mit den schwankenden Bedingungen auf dem Kunstmarkt und Arbeiten, die weder marktgängig, noch in einem Medium geschaffen sind, das sich verkaufen lässt. Die Werke von <span style="text-decoration: underline;"><span style="color: #000000; text-decoration: underline;"><a style="color: #000000; text-decoration: underline;" href="https://ato.vision/artists/kilian-kretschmer">Kilian Kretschmer</a></span></span> zum Beispiel „verkaufen sich nicht so einfach, weil sie immateriell sind.“</span></p><p><span style="font-weight: 400;">Die eigene künstlerische Praxis deckt in den wenigsten Fällen die Fixkosten, weswegen gerade in der Kunst viele dazu gezwungen sind, in anderen Arbeitsverhältnissen Geld zu verdienen. Lohnarbeit ist Arbeit, bei der die arbeitende Person nichts so wirklich vom Produkt der Arbeit hat und nur vom Lohn lebt, den sie dafür erhält. Für <span style="text-decoration: underline;"><span style="color: #000000; text-decoration: underline;"><a style="color: #000000; text-decoration: underline;" href="https://luisemarchand.info/#Work">Luise Marchand</a></span></span> liegt der größte Unterschied zwischen Lohnarbeit und künstlerischer Arbeit darin, „dass die Lohnarbeit nach Stunden und Aufwand vergütet wird.“</span><span style="font-weight: 400;"><br /></span><span style="font-weight: 400;">In der Kunst gibt es unkalkulierbare Einnahmequellen. Finanzierung durch Fördergelder und Residenz-Programme schaffen temporäre Entlohnung für das künstlerische Arbeiten und kommen dem, was man woanders als „Gehalt“ bezeichnen würde, dabei noch am nächsten. <span style="text-decoration: underline;"><span style="color: #000000; text-decoration: underline;"><a style="color: #000000; text-decoration: underline;" href="https://paulaabalos.com/">Paula Abalos</a></span></span> ist es wichtig, herauszustellen, dass es sich dabei allgemein nicht um viel Geld handelt, sondern lediglich „genug, um zu überleben. Und das geht auch nur, wenn man mit wenig auskommt und keine Kinder hat.“ Oft passiert es auch, dass bei geförderten Projekten viele der Beteiligten nicht fair bezahlt werden. Nicht selten sind die Förderbedingungen daran gekoppelt, dass Reise- sowie Materialkosten erstattet werden können, also alles, wofür man quasi eine Quittung hat, während die <span style="color: #000000;">Eigenleistung, die Löhne und Honorare der Künstler*innen oder der im Kunstfeld arbeitenden Personen übersehen werden</span>.</span></p><p><span style="font-weight: 400;">Die meisten, mit denen ich gesprochen habe, würden sich am liebsten voll und ganz ihrer Kunst widmen. „Ehrlich gesagt kenne ich das Gefühl gar nicht, den Rücken komplett frei zu haben für die freie Arbeit, also für die Arbeit an den Dingen, die mich wirklich umtreiben“, meint <span style="text-decoration: underline;"><span style="color: #000000; text-decoration: underline;"><a style="color: #000000; text-decoration: underline;" href="https://www.instagram.com/joni.mcnaughton/">Jonathan McNaughton</a></span></span>, weil Fragen zur finanziellen Grundsicherung und Existenz permanent über einem schweben. Lohnarbeit muss in manchen Fällen auch einen Beitrag zum Familienleben leisten, wie bei Kilian Kretschmer. „Sie frisst Zeit. Zeit, die ich natürlich gerne für freie Arbeiten hätte, aber ohne meine Jobs könnte ich gar nicht so frei arbeiten, wie ich es möchte.“ Aus meiner Umfrage geht hervor, dass ein Job oft nicht genug ist. Die meisten arbeiten parallel. Die konstante Jobsuche ist bei vielen permanentes Element ihrer künstlerischen Arbeit.</span></p>								</div>
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										<img fetchpriority="high" decoding="async" width="800" height="536" src="https://ato.vision/magazine/wp-content/uploads/2023/08/Hotelzimmer-1024x686.jpg" class="attachment-large size-large wp-image-6964" alt="Kommode in einem puristischen Hotel, auf der eine Tischlampe, einige leere Saftflaschen und ein Röhrenfernseher stehen." srcset="https://ato.vision/magazine/wp-content/uploads/2023/08/Hotelzimmer-1024x686.jpg 1024w, https://ato.vision/magazine/wp-content/uploads/2023/08/Hotelzimmer-300x201.jpg 300w, https://ato.vision/magazine/wp-content/uploads/2023/08/Hotelzimmer-768x514.jpg 768w, https://ato.vision/magazine/wp-content/uploads/2023/08/Hotelzimmer.jpg 1280w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" />											<figcaption class="widget-image-caption wp-caption-text">Unterbringung in Unterkunft für Arbeiter*innen. Essensmesse Hamburg 2017, © Helena Kühnemann</figcaption>
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										<img decoding="async" width="800" height="536" src="https://ato.vision/magazine/wp-content/uploads/2023/08/Fussboden_Messe-1024x686.jpg" class="attachment-large size-large wp-image-6965" alt="Roter Teppichboden und eine kitschige alte Gardine" srcset="https://ato.vision/magazine/wp-content/uploads/2023/08/Fussboden_Messe-1024x686.jpg 1024w, https://ato.vision/magazine/wp-content/uploads/2023/08/Fussboden_Messe-300x201.jpg 300w, https://ato.vision/magazine/wp-content/uploads/2023/08/Fussboden_Messe-768x514.jpg 768w, https://ato.vision/magazine/wp-content/uploads/2023/08/Fussboden_Messe.jpg 1280w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" />											<figcaption class="widget-image-caption wp-caption-text">Essensmesse Hamburg 2017, © Helena Kühnemann</figcaption>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Mit zwanzig zog unsere Autorin Helena Kühnemann den Staubsauger „Henry“ auf einer Essensmesse hinter sich her, er schaute sie mit den beiden aufgeklebten Augen traurig an, während die abschätzigen Blicke der Business-Männer auf ihr lagen, die Hosen zu eng im Schritt. Seither sind Arbeitsverhältnisse ein wichtiges Thema ihrer Auseinandersetzung in Kunst und Kultur.</span></p>								</div>
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									<p><b>Welche Kompetenzen haben Kunstschaffende auf dem Arbeitsmarkt?</b></p><p><span style="font-weight: 400;">Von der Wellness-Wurst-Verkosterin, der Arbeit am Käsestand, am Fließband im Porschewerk, als Tennislehrer, an der Zirkuskasse, einem 24/7 Fitnessstudio oder der Enthüllung neuer Automodelle auf Messen vor Politiker*innen – die Antworten auf Fragen nach den Joberfahrungen beinhalten neben einem Moment der Skurrilität vor allem Fragen nach der Existenzsicherung. Nebenarbeit ist mitunter so zeitintensiv, dass sie von der künstlerischen Praxis abhält. Luise Marchand hat versucht, das umzudrehen und sich „Jobs gesucht, die entweder inhaltlich oder technisch [ihre] künstlerischen Praktiken unterstützen.“ Viele der Befragten versuchen, dicht am Kunstfeld zu arbeiten. <span style="text-decoration: underline;"><span style="color: #000000; text-decoration: underline;"><a style="color: #000000; text-decoration: underline;" href="https://antonjanizewski.com/portfolio/olga-hohmann">Olga Hohmann</a></span></span> kann kaum noch eine Grenze zwischen ihrer eigenen künstlerischen Praxis und kuratorischer, vermittelnder, gastgeberischer und journalistischer Arbeit ziehen. Kilian Kretschmer macht einen klaren Unterschied zwischen dem Job als Art Director und seiner Arbeit als Künstler: „Meine künstlerische Arbeit ist frei und meine Lohnarbeit ist kommerziell.“ <span style="text-decoration: underline;"><span style="color: #000000; text-decoration: underline;"><a style="color: #000000; text-decoration: underline;" href="https://ato.vision/artists/dennis-ulbrich">Dennis Ulbrich</a></span></span> hat „seit dem Studium bis heute immer parallel im sozialen Bereich gearbeitet.“ In der Schulbegleitung, in stationären Einrichtungen oder der Behindertenhilfe. Dieser Bereich beeinflusst seine künstlerische Praxis. „Die Zusammenarbeit mit Menschen in besonderen Lebenslagen [hat] mir immer wieder neue Perspektiven auf das Leben gegeben. Diese führen immer wieder dazu, dass für mich Selbstverständliches und Normales auch ganz anders wahrgenommen werden kann.“</span></p><p><b>Und sie begannen, künstlerische Arbeiten über Lohnarbeit zu machen</b></p><p><span style="font-weight: 400;">Die Begegnungen, die in Lohnarbeitsverhältnissen gemacht werden, sind für viele der Künstler*innen prägend. Damit beeinflussen sie wiederum die eigene Haltung und ein Stück weit die eigene künstlerische Praxis. Die Erfahrungen werden in künstlerischen Arbeiten umformuliert und reflektiert. Jonathan McNaughton erzählt von seinen Erfahrungen mit Menschen, die in Zeitarbeitsfirmen schlecht bezahlt werden und in permanenter Unsicherheit über den nächsten Job leben. Oder mit Personen, die auf Gewerbeschein arbeiten und scheinbar gut verdienen, aber hinter deren scheinbarer Freiheit auch große Abgaben und Jobunsicherheiten stecken. „Ich hatte bei all diesen Jobs Begegnungen mit Menschen, die hochgradig prekär leben.“ Über den Werkkomplex, der nach der Arbeit in einer Porschefabrik entstanden ist, meint er, es handle sich dabei um den „Versuch einer gewissen Subversion dessen, was einem da widerfährt – also eigentlich so wie ich es immer versuche: einen Umgang mit Erfahrungen, eine Übersetzung für das zu finden, was uns tagtäglich entgegenschlägt.“ Es ist ihm wichtig, sich von dem Gedanken einer Feldstudie als künstlerischer Praxis abzugrenzen. Sprich: Lohnarbeit auszuüben, daraus künstlerische Arbeiten zu machen und damit in einem elitären Blick von oben herab auf Menschen zu schauen, die tagtäglich in den Verhältnissen arbeiten müssen.</span></p><p><b>Weder Arbeitstourismus noch Feldstudie</b></p><p><span style="font-weight: 400;">Prägende Begegnungen fanden für Luise Marchand bei den Jobs in verschiedenen Kaufhäusern statt. „[Sie] ersetzen fehlende Orte der Begegnung und ich würde sogar sagen, der Fürsorge. Denke, das würden viele Verkäufer und Verkäuferinnen bestätigen. Viele Menschen kommen, um einfach mal zu reden, Aufmerksamkeit zu bekommen oder ihren Emotionen freien Lauf zu lassen.“ Man hat alles mitbekommen, von Wutausbrüchen mit Festnahmen, über Fäkalien in der Umkleide, bis zu Heiratsanträgen. Arbeitsorte werden damit natürlich auch zu Orten, an denen man soziale Phänomene beobachten kann. Luise Marchand hat in ihrer Diplomarbeit ‚Die Zeichen stehen gut’ die Erfahrungen aus der Arbeit im Kaufhaus transformiert. Paula Abalos hat lange Zeit in einem Fitness-Center und Airbnb’s geputzt. In drei ihrer Werkgruppen thematisiert sie die Arbeitsorte und formt sie dabei zu einer Art Atelier. Der Moment der Aneignung von Arbeitsorten wird wie ein kleiner subversiver Akt der Rebellion und eine Form der Selbstermächtigung über die Lohnarbeit. Sie betont, dass sie keine „Arbeitstouristin“ ist, also niemand, die sich Lohnarbeit gezielt sucht, um sie zu dokumentieren. Sie stellt heraus, dass sie alle Jobs aus einer finanziellen Notwendigkeit heraus macht und hofft, dass es keine weiteren Serien zu diesem Thema mehr geben muss. „I hope they will be not be more. I saw them as a form of salvation.“</span></p><p><span style="font-weight: 400;">Paula hat besonders auf Probleme von Kunstschaffenden mit einem nicht-europäischen Pass aufmerksam gemacht. Visa und Aufenthaltserlaubnisse sind häufig an die Erwerbstätigkeit geknüpft, sprich: Man kann nicht ’einfach’ einen Nebenjob annehmen, sondern der Job und Geldverdienst müssen an die künstlerische Praxis gekoppelt sein und sich dementsprechend auch im kreativen Bereich abspielen. Am Ende des Jahres muss der*die Kunstschaffende in einigen Bundesländern nachweisen, dass sie*er genug verdient hat, was den Druck erhöht. Die Aufenthaltsgenehmigungen sind demnach an den Verdienst – und vor allem an die Bezahlung – gekoppelt. </span></p><p><span style="font-weight: 400;">An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Personen bedanken, die sich die Zeit genommen haben, meine Fragen zu beantworten und meine Perspektive zu erweitern. Auch wenn viele der Arbeiten über Lohnarbeit mit einem gewissen Grad an Humor spielen, verstecken sich dahinter große Ängste. Von der Vereinbarkeit zwischen Lohnarbeit und künstlerischer Arbeit, zwischen Kreativität und Existenzsicherung. Das Thema scheint wie ein Damoklesschwert über allen Künstler*innen zu schweben. <span style="text-decoration: underline;"><span style="color: #000000; text-decoration: underline;"><a style="color: #000000; text-decoration: underline;" href="https://ato.vision/magazine/ausstellungsvergutung-lisa-bergmann/">Dabei werden neue Regeln und Formen gefordert, wie man durch Honorare oder bessere Entlohnungsmöglichkeiten die Arbeit in der Kunst angemessen wertschätzen könnte.</a></span></span> Kilian Kretschmer fasst dies gut zusammen: „Sinnkrisen sind da vorprogrammiert, aber meine Jobs helfen mir auch dabei, sie zu überwinden. […] Ich kann einfach sinnlos weiter machen :)“</span></p>								</div>
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		<title>Kritisier mein nicht</title>
		<link>https://ato.vision/magazine/kritisier-mein-nich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Helena Kühnemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Jul 2023 11:30:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kritik an der eigenen künstlerischen Arbeit kann absolut niederschmetternd sein. Wie geht man damit am Besten um? Vier Vorschläge.<br />
Lesedauer: 2 min</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/kritisier-mein-nich/">Kritisier mein nicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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									<p><span style="font-weight: 400;">In den meisten künstlerischen Disziplinen kommt man früher oder später nicht darum herum, sich Kritik zu stellen. In den Austausch zu treten, seine eigene Position gegen andere Meinungen zu verteidigen. An Kunsthochschulen wird dauerhaft Kritik ausgeübt: Von niederschmetternden Pamphleten bis zur schüchternen Auseinandersetzung. Wie geht man um, dass die eigene Arbeit dem Blick der anderen ausgesetzt wird? <br /></span><span style="font-weight: 400;">Hier die vier Optionen!</span></p><ol><li><span style="font-weight: 400;"> Abprallen lassen <br /></span>„Bro, was auch immer der sagt, lass es nicht an dich ran. Was du machst, ist echt Genius!“</li></ol><ol start="2"><li><span style="font-weight: 400;"> Ablehnen<br /></span>„Ihr versteht mich einfach nicht. Vermittelt sich doch von selbst!“</li></ol><ol start="3"><li><span style="font-weight: 400;"> Annehmen<br /></span>„Fair Point. Vielleicht ist da was dran, wenn zwölf Personen in dem Raum ähnlich empfinden.“</li></ol><ol start="4"><li><span style="font-weight: 400;"> Anpassen<br /></span>„Sie haben recht, Madame. Der Stuhl vervollkommnet das Sofa. Dass die DVD so leicht angewinkelt ist, lässt alles gleich deutlich hermetischer erscheinen.“</li></ol><p> </p><p>Tatsache ist: Welche Methode man auch wählt, Kritik macht etwas mit der Arbeit und oft auch mit einem selbst. Im besten Falle stellt man sich ihr, wächst vielleicht sogar daran. Wenn es weh tut, heißt das manchmal Wachstumsschmerz. Dennoch ist es wichtig, seinen eigenen Standpunkt nicht zu verlieren, nicht einzuknicken im Konsens der Anderen. Sonst wird man selbst zu der Person, die vor der eigenen Arbeit steht und nicht mehr weiß, was man da eigentlich fabriziert hat. Mit Kritik in der Kunst ist es wie mit der Politik: Wenn man es allen recht machen will, zerstört der Konsens manchmal die Qualität des Werks.</p>								</div>
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		<title>Institutionskritik? Nein Danke.</title>
		<link>https://ato.vision/magazine/institutionskritik-nein-danke/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Helena Kühnemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Apr 2023 13:32:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>An dieser Stelle gibt es regelmäßig Memes von unserem Lieblings-Art-Meme-Account Freeze Magazine. Kommentiert werden sie von Helena Kühnemann, Autorin und Künstlerin aus Berlin.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/institutionskritik-nein-danke/">Institutionskritik? Nein Danke.</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Vor einem Monat sagte <span style="text-decoration: underline;"><span style="color: #000000; text-decoration: underline;"><a style="color: #000000; text-decoration: underline;" href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/der-tag-mit-harald-schmidt-100.html">Harald Schmidt im Deutschlandfunk</a></span></span>, er fände das Humboldforum „cosy“</span><span style="font-weight: 400;">. Die Sendung wurde von dort aus live übertragen, wo ein paar Wochen zuvor noch <span style="text-decoration: underline;"><span style="color: #000000; text-decoration: underline;"><a style="color: #000000; text-decoration: underline;" href="https://www.youtube.com/watch?v=lm_QR6kkN3k&amp;ab_channel=LateNightBerlin">Klaas Heufer-Umlauf Stühle klaute</a></span></span>, nein, er eignete sie sich an, als Antwort auf den Kolonialismus und als Geste der postkolonialen Kritik.<br /></span><span style="font-weight: 400;">Institutionskritik zeigt sich in Gesten, Eingriffen und Veränderungen des Bestehenden. Sie soll irritieren, Museen und alle Fachleute drumherum stören, Fehler im System aufzeigen. <br /></span><span style="font-weight: 400;">Für jene etablierten Ordnungen hingegen ist es einfacher, auf Andere zu zeigen, als sich eigene Fehler einzugestehen. Es ist leichter, andere Missstände zu kritisieren, als die eigenen anzuerkennen. <br /></span><span style="font-weight: 400;">Deswegen ist gerade die Kunst das Schlachtfeld der Ambivalenzen: So werden bis heute hyperkritische Inhalte stets innerhalb jener veralteten Machtstrukturen produziert – unter anderem Ausstellungen, die Privilegien hinterfragen, in Räumen, die nur für Privilegierte zugänglich sind. Es gibt viele Beispiele wie dieses. <br /></span><span style="font-weight: 400;">Institutionskritik ist meistens die Arbeit der Anderen, nicht der Institutionen selbst. Die Anderen sind oft die Marginalisierten. Deren Ziel ist, neben dem Kritisieren um seiner selbst willen, eine Veränderung und die Anerkennung jener, die weniger Macht und Reichweite haben, um gehört zu werden. <br /></span><span style="font-weight: 400;">Am einfachsten geht dies noch immer im Netz, wo man sich hinter seiner Tastatur verstecken kann. Wo Stellvertreter-Kämpfe geführt werden, und wo die eigentlichen, scheinbar unanfechtbaren Missstände Aufmerksamkeit erregen. Aber auch hier beißt sich die Katze selbst in den Schwanz, ohne dabei zu merken, dass sie eigentlich die ganze Zeit im Kreis läuft. </span></p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://ato.vision/magazine/institutionskritik-nein-danke/">Institutionskritik? Nein Danke.</a> erschien zuerst auf <a href="https://ato.vision/magazine">Crisp Magazin</a>.</p>
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